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Frauen in den Rat

40 Prozent weibliche Politiker Frauen in den Rat

Rund 40 Prozent der insgesamt 82 Kandidaten auf den Listen zur Stadtratswahl sind weiblich – nämlich 33. Das entspricht zwar nicht dem Anteil von Frauen in der Einwohnerschaft, stellt aber durchaus eine höhere Quote dar als in vielen anderen Orten.

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Symbolbild

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Genau im Schnitt liegt die SPD, von deren 31 Bewerbern 13 weiblich sind, also etwa 40 Prozent. „Damit sind wir durchaus zufrieden“, sagt der Stadthäger SPD-Chef Jan-Philipp Beck: „Klar könnten es immer mehr sein und das streben wir auch an.“ Einige Frauen, die man noch gefragt habe, „haben aus Gründen der persönlichen Lebenslage aber abgewunken“. Erfreulich sei, dass die Frauen auf der SPD-Liste „den Querschnitt der Bevölkerung repräsentieren, von der jungen Mutter, über Berufstätige und Senioren bis zu Migranten“. Dass Frauen stark vertreten sein sollten, hält Beck für wichtig: „Frauen stehen anders im Leben und es ist wichtig, unterschiedliche Sichtweisen aufgrund der Persönlichkeit im Rat zu haben.“

Lediglich 30 Prozent beträgt die Frauenquote bei der CDU – sieben der 23 Kandidaten sind weiblich. Mehr hätten sich trotz Bemühens nicht zur Verfügung gestellt, berichtet CDU-Fraktionschef Heiko Tadge: „Es wäre schöner, wenn wir mehr hätten.“ Auf die Frage nach dem Grund antwortet er: „Wenn ich das wüsste, dann hätten wir mehr auf der Liste.“ Er fügt hinzu: „Manche Frauen glauben, durch die Doppelbelastung von Familie und Beruf nicht auch noch Zeit für politisches ehrenamtliches Engagement zu haben.“ Jene Frauen, die sich engagieren, täten das zumeist sehr erfolgreich, so Tadge. So habe die CDU einige Ortsvorsteherinnen und Ausschussvorsitzende.

Lange Tradition bei den Grünen

Jeweils mehr Frauen als Männer auf ihren Listen präsentieren die Grünen und WIR. Bei den Grünen sind vier von sieben Bewerbern weiblich, bei WIR sind es sieben von 13.

Bei den Grünen habe der hohe Anteil von Frauen auf Wahllisten lange Tradition, sagt Fraktionsvorsitzende Maria Börger-Sukstorf. Den Frauen „liegt unser basisdemokratischer Stil“. Zudem seien viele Frauen in der Friedensbewegung aktiv gewesen und in die grüne Partei hineingewachsen. Auch dass die Familien- und Sozialpolitik bei den Grünen einen hohen Stellenwert habe, wüssten Frauen zu schätzen. Die Präsenz von Frauen in Räten findet Börger-Sukstorf wichtig: „In vielen Sachbereichen können Männer nicht die Perspektive von Frauen entwickeln.“

WIR-Chef Richard Wilmers berichtet, für seine Gruppe sei es nicht schwer gewesen, sieben Frauen zur Kandidatur zu bewegen. WIR engagiere sich stark in der Umweltpolitik mit dem Ziel, „unseren Kindern eine saubere Umwelt zu hinterlassen“. Einen hohen Stellwert hätten auch die Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik. „Frauen sind daran interessiert, dass gerade diese vier Bereiche bearbeitet werden und sind dafür auch bereit daran teilzunehmen.“

Bei der FDP findet sich unter fünf Kandidaten eine Frau – das entspricht einem Anteil von 20 Prozent. „Es wäre schön wenn die Quote höher wäre, vor allem, wenn junge Frauen dabei wären“, bedauert Ortssprecherin Renate Jobst. ssr

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 Fünf Damen kandidieren

WENDTHAGEN-EHLEN. Für die Ortswahlen in Wendthagen-Ehlen hat die SPD acht Kandidaten, unter ihnen drei Frauen. Auf Listenplatz 1 steht Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller, die stolz auf diese Bilanz ist: „Seit 15 Jahren treten wir bei Ortswahlen immer mit drei Frauen an. Die Möglichkeit, sich einzubringen, im Ort etwas zu bewegen, bietet für sie einen großen Anreiz.“ Die Sozialdemokratin weiß, dass politische Auseinandersetzungen manche abschrecken: „Was da abgeht, ist gelegentlich ganz schön heftig. Allerdings macht es auch Spaß. Und der Ortsrat ist ein ganz wichtiges Instrument der Demokratie.“

Die CDU geht, nachdem sie bei den vergangenen Urnengängen oft nur mit einer Frau vertreten war, dieses Mal mit zwei Kandidatinnen ins Rennen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU Wendthagen-Ehlen, Jörg Ostermeier, ist froh über den Trend, konstatiert jedoch: „Es gestaltet sich für uns schwierig, jüngere Frauen dafür zu gewinnen. Diese haben oft eine negative Einstellung zur Politik und wenig Interesse.“ Der CDU-Politiker verweist auf die Vorzüge lokalpolitischer Partizipation: „Es besteht die Gelegenheit, aktiv für das Wohl eines Ortes zu agieren. Wir sind mit Gesprächen am Ball, hoffen, dass sich künftig noch etwas tut.“ ano

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