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Freibad-Streit wird immer schriller

WIR-Ratsfrau attackiert SPD-Sprecher im Internet Freibad-Streit wird immer schriller

Der neu entfachte Freibad-Streit droht zu eskalieren. Im Facebook-Auftritt der Schaumburger Nachrichten macht WIR-Ratsfrau Gundi Donjes mit immer schärferen Angriffen auf sich aufmerksam. Unter anderem bezeichnet sie SPD-Sprecher Jan-Philipp Beck indirekt als „rote Null“.

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Stadthagen. In einer Debatte, die sich bei Facebook unter dem Artikel „Freibad: Kritik an Rechnung der SPD“ entzündet hat, schreibt ein Leser: „Was ist denn wohl eine rote Null?“ Donjes entgegnet, richtig müsse es heißen: „Wer ist denn eine rote Null?“ Der Leser möge aber bei einer Antwort „um Himmels Willen“ keine Namen nennen. Donjes: „Ein breites Grinsen reicht völlig aus.“

Im infrage stehenden Artikel ging es zum zweiten Mal in dieser Woche um Becks Aussagen zum Thema Freibad. Laut WIR/FDP wird die Stadt ein solches niemals finanzieren können, wenn sie zuerst ein sogenanntes Bewegungsbecken baut, wie es die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen sowie die CDU favorisieren. Der Sozialdemokrat Beck hatte noch einmal bekräftigt, es sei möglich, zunächst ein Bewegungsbecken und dann bis 2021 ein Freibad zu bauen.

Damit hatte Beck auf einen Angriff in Form einer heftigen WIR/FDP-Pressemitteilung reagiert. In dieser erneuert die Gruppe vor dem Hintergrund des Haushaltsdefizites von mehr als sieben Millionen Euro ihre Ansicht, dass der Bau eines Bewegungsbeckens den eines Freibades verhindere. Behaupte die SPD anderes, sei das „Volksverdummung“. Die Sozialdemokraten könnten „nicht mit Geld umgehen, im Verein mit den Grünen wohl erst recht nicht“.

Im Facebook-Kanal der SN ist WIR-Frau Donjes vor allem auch mit Kerstin Thieler aneinandergeraten. Thieler war die treibende Kraft hinter der „Pool Challenge“, macht sich als Privatperson für den Bau eines Freibades stark. Nach eigenem Bekunden missfällt Thieler die „absolute Niveaulosigkeit“, mit der Donjes argumentiere. Thieler: „Sie diffamieren und beleidigen damit einen Menschen.“

Donjes’ Interpretation dieser Worte, wie sie sie gegenüber einem Dritten zum Besten gibt: „Durch meine deutlichen Äußerungen hat Frau Thieler erkannt, dass ihr aufwendiges Engagement nicht den erhofften Erfolg zu haben scheint. Wut und Frustration machten sich breit und ich war der Prellbock.“ Donjes will „trotz des ernsten Themas“ ihren „Humor noch nicht verloren“ haben.

Derweil haben sich nun auch die Grünen geäußert. Sie wehren sich „gegen das Ausspielen von Bewegungsbecken gegen Freibad“. Das Bewegungsbecken sei politisch beschlossen und stelle eine Bereicherung dar. Ein Freibad soll es trotzdem geben, nach Willen der Grünen ein Naturbad. Ein solches Bad wäre ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt, so die Grünen. Bei der Finanzierungsfrage pflichtet die Partei der SPD bei. Das Geld für das Bewegungsbecken sei nicht wenig, „aber angesichts eines Haushaltsvolumens von über 40 Millionen Euro ein nicht so gravierender Posten“.

jcp

Zu weit gegangen

Von Verena Insinger

In ihren Kommentaren auf der Facebook-Seite der SN hat sich WIR-Ratsfrau Gundi Donjes gehörig im Ton vergriffen. Nichts gegen Meinungsfreiheit. Aber als gewählte Politikerin sind solche Auftritte im Internet nicht mehr Privatsache. Einen Ratskollegen in der Öffentlichkeit als „Null“ zu bezeichnen, geht eindeutig zu weit. Auch wenn sie Jan-Philipp Beck nicht direkt genannt hat, ist jedem Leser klar, dass genau dieser gemeint ist. So ein Vorgehen hilft bei der Diskussion des derart emotional besetzten Themas Freibad nicht weiter. Ganz im Gegenteil.

Schlimmer jedoch ist ihre öffentliche Schelte gegen Kerstin Thieler. Die Stadthägerin, die in ihrer Freizeit eine Veranstaltung für das Freibad auf die Beine gestellt und damit derart viele Bürger mobilisiert hat. Auch wenn Ratspolitiker durch solche Aktionen – wie die „Pool Challenge“ – unter Zugzwang geraten, sollten sie froh über dieses bürgerschaftliche Engagement sein. Das macht doch eine lebendige Demokratie aus.

Und auf diese berufen sich die Kommunalpolitiker schließlich bei jeder Gelegenheit.

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