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Freispruch beendet Zitterpartie für Polizisten

Stadthagen/Bückeburg / Freispruch beendet Zitterpartie für Polizisten

Ende einer Zitterpartie: 14 Monate nach der Suspendierung eines Polizisten hat das Bückeburger Landgericht den Kriminalbeamten gestern vom Vorwurf freigesprochen, eine Taxifahrerin (47) überfallen zu haben. Die Frau hatte den 33-Jährigen zu Unrecht belastet.

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Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg (ly). „Alles spricht für die Version des Angeklagten, nichts für die Darstellung der Zeugin“, fasste Richterin Birgit Brüninghaus, Vorsitzende der 1. Großen Strafkammer, das Ergebnis der Beweisaufnahme zusammen. So etwas kann man Freispruch erster Klasse nennen. „Für mich waren die letzten Monate einschneidend“, hatte der Polizist in seinem Schlusswort erklärt. „Das möchte ich nicht noch einmal erleben.“
Danach sieht es auch nicht aus. Maxie Böllert-Staunau, Anwältin der Mindener Taxifahrerin und damit Vertreterin der Nebenklage, hat das Urteil akzeptiert. Staatsanwalt Frank Hirt hatte von vornherein auf Freispruch plädiert. Angeklagt war der Beamte wegen schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit einem räuberischen Angriff auf Kraftfahrer. „Eine schwere Straftat, die mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren bedroht ist“, so Richterin Brüninghaus. Überdies wäre der 33-Jährige aus dem Beamtenverhältnis entlassen worden.
Beim Prozessauftakt hatte die Taxifahrerin behauptet, der Mann habe sie nachts auf der Bundesstraße 65 zwischen Minden und Stadthagen mit einem Messer bedroht. Auf einem Feldweg sei der Fahrgast dann ausgestiegen, ohne zu bezahlen. So kann es nicht gewesen sein – abgesehen davon, dass die wegen Betrugs vorbestrafte Belastungszeugin auf das Gericht „keinen glaubwürdigen Eindruck“ machte.
Erst zehn Monate nach jener Nacht im Juni 2011 hatte sie erstmals das Messer beschrieben. Einmal hieß es, dass der Mann die Waffe in der linken Hand gehabt habe, dann wieder in der rechten. Fest steht, dass es in Nienstädt einen Zwischenstopp am Geldautomaten gab, wo der Polizist 250 Euro abhob. Davon erzählte die Mindenerin mit einem Monat Verspätung.
Schuldig blieb sie zudem eine Antwort auf die Frage, warum sie beim Warten im Auto nicht per Handy oder Funk Hilfe geholt habe. Außerdem weiß niemand besser als ein Polizist, dass Geldautomaten videoüberwacht werden. Und dann lassen sich Taxiräuber nicht in unmittelbarer Nähe ihres Wohnortes absetzen, vermerkt auf dem Stundenzettel der Fahrerin, die angeblich nicht wusste, wie der Ort hieß. Warum also sollte ein bislang unbescholtener Kripo-Beamter „auf solch dämliche Weise“ (Brüninghaus) seine Freiheit und berufliche Existenz in Gefahr bringen?
Im Dunkeln bleibt das Motiv der Taxifahrerin. Auf dem Weg war sie innerorts mit Tempo 85 geblitzt worden – angeblich mit Absicht, um eine Art „Beweisfoto“ von dem Mann neben ihr zu bekommen. Für denkbar hält es das Gericht, dass die Frau diese Geschichte erfunden hat, um einem drohenden Fahrverbot zu entgehen. Möglich wäre aber auch, dass sie subjektiv daran glaubt, in jener Nacht mit einem Messer bedroht worden zu sein.
So oder so: „Es ist erschreckend, wie schnell man in Verdacht kommen kann, eine Straftat begangen zu haben“, sagt Richterin Brüninghaus. „Uns bleibt die Hoffnung, dem Richtigen zu einem Stückchen Gerechtigkeit verholfen zu haben.“

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