Über die Besonderheiten des Weserrenaissance-Stils hat Gästeführerin Jutta Heil informiert. Los ging es am Landsberg’schen Hof, der ein Freihof gewesen sei, „weil die Adligen keine Abgaben und Steuern zahlen mussten“, so Heil. Die im Staatsdienst tätigen Edelleute seien jedoch zu „Hand- und Spanndiensten“ verpflichtet gewesen. Sie mussten Knechte, Pferde und Wagen für Kriegszwecke zur Verfügung stellen.
Interessantes berichtete Heil über die St.-Martini-Kirche, die zur Zeit der Stadtgründung auf einem Hügel gestanden habe. Mit der Zeit sei das Gelände jedoch „aufgewohnt“ worden. Das bedeutet, dass neue Häuser auf den Grundfundamenten vormaliger Gebäude errichtet worden seien.
Auch die Zehntscheune bezog Heil mit in ihre Führung ein. Unter anderem zeigte sie eine Wanne, die unter dem Fußboden entdeckt worden ist. „Die Geschichte der Zehntscheune wird momentan noch erforscht“, sagte die Stadthäger Gästeführerin, die in prunkvolle Renaissance-Gewänder gehüllt war.
Die Weserrenaissance habe ungefähr von der Reformation bis zum 30-jährigen Krieg gedauert. Der Begriff beziehe sich auf einen eigenständigen Baustil, der im Gebiet der Weser verbreitet ist. Die Weserrenaissance sei eine Weiterentwicklung der von Italien ausgehenden Renaissance. Eingeflossen seien Stilelemente aus Holland sowie auch der traditionelle Fachwerkbau. Ausführlich äußerte sich Heil zum Stadthäger Schloss, dem „ältesten und größten Schloss im Stil der Weserrenaissance“.
Die Führung endete an der Amtspforte, die ebenso wie der Viehmarktturm zeitweise als Gefängnis genutzt worden sei.
han
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