Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Friedhofsgebühren steigen

Urnen-Trend Friedhofsgebühren steigen

Die Gebühren für Bestattungen auf dem Friedhof der Martini-Gemeinde und dem städtischen Friedhof Kleine Eichen, der von der Martini-Gemeinde mitverwaltet wird, werden wohl noch 2016 angepasst. Anlass: der Anteil der günstigeren Urnenbestattungen gegenüber Sargbestattungen ist dramatisch gestiegen.

Voriger Artikel
Kampf mit dem Brandschutz
Nächster Artikel
Handys im Wert von 1400 Euro gestohlen

Auf dem St.-Martini-Friedhof gibt es mittlerweise zwei Urnengrabfelder.

Quelle: rg

Stadthagen. Die Gemeinde erzielt also weniger Einnahmen, muss aber gleichbleibende Friedhofsun-terhaltungskosten stemmen. Im Jahr 2002 lag der Anteil der Urnenbestattung bei 17,06 Prozent, 2008 waren es schon 36,2 Prozent. In den vergangenen zwei Jahre überrundeten die Urnenbestattungen die Erdbestattungen mit 53,92 Prozent in 2014 und gar 63,36 Prozent in 2015. 262 Bestattungen gab es 2015 insgesamt, dabei also 166 Urnenbestattungen. Inzwischen ist auf dem Martini-Friedhof ein zweites Urnenfeld eingerichtet worden.

Die Belegung eines einfachen Reihengrabes kostet derzeit 795 Euro für 30 Jahre. Die Zeit bemisst sich am Vergehungsprozess des bestatteten Körpers. Für ein Urnenreihengrab fallen für die Dauer von 20 Jahren 345 Euro an. Deutlicher wird der Kostenunterschied inklusive aller Gebühren, für Bestattung, Rasenpflege und Kapellenbenutzung. Dann kostet ein Rasenreihengrab 2553 Euro für 30 Jahre, ein Urnenrasenwahlgrab 968 Euro für 20 Jahre.

"Der Trend wird sich fortsetzen"

Beim Kostenvergleich einer Sarg- mit einer Urnenbestattung fallen laut dem Stadthäger Bestatter Friedrich Böhning bei einer Urnenbestattung die Überführung ins und die Kosten für das Krematorium nicht ins Gewicht. Diese glichen sich mit dem Kauf eines höherwertigen Sarges für die Sargbestattung aus. Die Urnenbestattung sei in jedem Fall günstiger, und der Trend hierzu werde sich fortsetzen, sieht Böhning.

Diesem Trend muss sich die Friedhofsverwaltung stellen, für die die Gesamtkosten zur Unterhaltung des Friedhofs nicht weniger werden. Bislang stehe man wirtschaftlich gesund dar, beschreibt der Vorsitzende des Friedhofsausschusses, Reinhard Zindel, die Situation. Aber es habe bereits Jahre gegeben, „wo wir mit Minus abgeschlossen haben.“ In diesen Jahren habe es schlicht weniger Bestattungen gegeben.

Für die Zukunft und im Hinblick auf die günstigere Urnenbestattung gelte: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Unterdeckung kommen.“ Darum steht eine Anpassung der Gebühren ins Haus. Neun Jahre liegt die letzte Gebührenerhöhung zurück. Die Neuberechnung soll in diesem Herbst erfolgen.

Konkurrenzsituation bedenken

Dabei müssen laut Zindel bei der Umlage der Kosten auf die einzelnen Grabarten allgemeine rechtliche Vorgaben und Umlegungsmaßstäbe beachtet werden. Auch werden die Gebühren wohl nicht ungezielt in die Höhe schießen. Im Gegenteil. Die Gebühren müssen so niedrig wie möglich bleiben, „weil wir in einer Konkurrenzsituation stehen“, erklärte Zindel. Niemand ist schließlich verpflichtet, eine Urne auf dem Stadthäger Friedhof beisetzen zu lassen. Unter anderem Friedwälder und Ruheforsten bieten sich als Alternativen an.

Der in Mode gekommen Bestattungsart kommt wiederum auch der Martini-Friedhof entgegen. Auch hier können Urnen unter Bäumen bestattet werden. sk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg