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Stadthagen Stadt Frischekur für den Brunnen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Frischekur für den Brunnen
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20:35 24.09.2018
Bei der Arbeit: Das Sandsteinbecken wird samt Brunnentechnik runderneuert. Quelle: rg
Stadthagen

Die Ananas auf dem Dach strahlt golden, das Fachwerk ist herausgeputzt: Das Lusthaus im Schlossgarten präsentiert sich kurz vor Ende der Restaurierungsarbeiten in neuem Glanz. Dem sollen der Platz vor dem 400 Jahre alten Renaissancegebäude samt Sandsteinbrunnen in nichts nachstehen.

„Der Brunnen ist ein zentrales Element der Gartengestaltung“, schildert Stadtsprecherin Bettina Burger. Das große, mit Wasser gefüllte Rundbecken ist mit Sandstein eingefasst, im Zentrum erhebt sich eine Sandsteinstele mit einem Überlaufbecken aus Beton. Aus diesem schießt die dreigeteilte Fontäne. „Beim Becken können wir davon ausgehen, dass es sich hierbei um das Originalbecken aus der Renaissance-Zeit handelt“, berichtet Burger und bezieht sich dabei auf Untersuchungen des Lauenauer Restaurators Theodor Vollmer, der die Sanierungsarbeiten an Lusthaus und Vorplatz seit Beginn mit seiner Expertise begleitet.

Dass der Zahn der Zeit erheblich am Brunnen genagt hat, macht Burger deutlich. So sei das Rundbecken undicht und verliere so große Mengen an Wasser, dass es im aktuellen Betrieb nur zur Hälfte gefüllt sei. Die Betonschale liege auf der Stele nicht waagerecht auf, die Folge sei ein ungleichmäßiger Überlauf. Auch die Stahlanker, die die Steine des Beckens miteinander verbinden, seien zum Teil defekt.

Ein eher optisches Problem ist die Tatsache, dass die Oberflächen des gesamten Brunnens angelaufen und teilweise mit Flechten bewachsen sind. Dazu komme, dass Elektroinstallationen und die sogenannte Brunnenstube – dort sind die Pumpensteuerung und die Wasserverteilung zu finden – nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen würden und sich in den Rohrleitungen Ablagerungen gebildet hätten. „Sofern keine Sanierung vorgenommen würde, müsste der Brunnen dauerhaft abgestellt werden“, betont Burger.

Für Abhilfe sorgt derzeit der Steinmetz, der Sandsteinplatten, Stele und Überlaufbecken zunächst abbaut und inklusive Fugen und Ankern reinigt und überarbeitet.

Für die Erneuerung der Wassertechnik wird der sogenannte Pumpensumpf ersetzt, neue Leitungen und Manschetten werden gelegt, neue Filteranlage, Pumpe und Düsentechnik eingebaut. Der Auftrag für die Technikarbeiten ist aktuell in Bearbeitung, so Burger.

Die Gesamtkosten für die Sanierung beziffert die Stadtsprecherin mit 73000 Euro. Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. red