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Frischer Wind für die Freibad-Debatte

Witzige Aktion Frischer Wind für die Freibad-Debatte

Nicht mehr lange, dann hat Stadthagen ein Freibad. Freibäder sogar. Hunderte. Ein-Personen-Freibäder quasi. Eine mit Wasser gefüllte Mülltonne pro Person. Wie bitte? Doch, doch, das stimmt so. Stadthagen Pool Challenge nennt sich die Aktion, mit der die Organisatoren am 12. September ordentlich Schub in die Stadthäger Freibad-Debatte geben wollen.

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Petra Gümmer (links) und Kerstin Thieler bitten ins „Bad“. Vielleicht schafft die Pool Challenge es sogar ins Guinness Buch der Rekorde. 

Quelle: jcp

Stadthagen (jcp). Die Idee dazu stammt von Internet-Spezialistin Kerstin Thieler. Sie entdeckte im Juli 2014 bei Facebook das Bild eines Mannes, der sich – vermutlich selbst freibadlos wie Stadthagen – zur Abkühlung in eine mit Wasser befüllte Mülltonne gestellt hatte.
Und so pfiffig wie dieser Mann, dachte sich Thieler, könnten doch auch die Stadthäger sein. Die stehen schließlich im Sommer ebenfalls ohne Außenschwimmbecken da, und das schon seit vielen Jahren. Die Politik diskutiert und streitet. Es hakt, wie könnte es anders sein, beim Geld.
Allerdings betont Thieler: „Wir verfolgen kein politisches Ziel.“ Wenn im September nach aktuellem Planungsstand mehr als 200 Mülltonnen vor dem Rathaus aufgebaut werden, dann sei das keine Frotzelei in Richtung Rat und Verwaltung. Thieler: „Wir wollen, dass möglichst viele mit viel Spaß zusammenkommen und Bürger etwas für Bürger tun.“
Bei „Wir“ handele es sich um eine Gruppe von etwa zehn Leuten, die fleißig in der Facebook-Gruppe „Stadthagen Pool Challenge“ (mehr als 220 „Gefällt mir“-Angaben) posten. Außerdem trifft Thieler sich regelmäßig mit der Stadthägerin Petra Gümmer zum Ideensammeln. Mit dem bloßen Aufbau der Tonnen ist schließlich noch nichts gewonnen.
Thielers Sohn wird beim Video-Portal Youtube einen Pool-Challenge-Rap posten, ein Fotowettbewerb ist angedacht, dessen Ergebnisse am Tag der Aktion auf Pinnwänden präsentiert werden könnten. Außerdem ist bereits eine Anfrage ans Guinness-Buch der Rekorde rausgegangen. „Immerhin planen wir nichts Geringeres als das größte Mülltonnenschwimmbad der Welt“, sagt Gümmer.
Aber wer soll eigentlich in die Tonnen springen? „Wir suchen über die sozialen Medien vor allem Kontakt zu Jugendlichen“, sagt Gümmer. Als Wettbewerb könnte alles funktionieren. Wer schafft in einer vorgegebenen Zeit die meisten Tonnen?
Jugendfeuerwehren und andere Organisationen könnten Teams anmelden – und sich sponsern lassen. Auch ein Spendenkonto gibt es.
„Alle Einnahmen sollen eins zu eins in den Bau eines Freibades fließen“, erklärt Kerstin Thieler. Dass dabei „keine Millionenbeträge“ zusammenkommen, sei ihr klar. „Aber wir wollen einen Startpunkt setzen.“ Zum Beispiel könnte die Pool Challenge den Anstoß zur Gründung einer Genossenschaft geben, die ein Freibad trägt.
So ganz ohne Politik geht es somit wohl nicht. Und ohne Geld schon gar nicht.
 Die Stadthagen Pool Challenge im Internet: www.stadthagen-pool-challenge.de. Außerdem gibt es Accounts in den gängigen sozialen Medien.

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