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Früher ging’s ans Leder

Gerbergasse und Gerberhof Früher ging’s ans Leder

Gerbergasse und Gerberhof – die Bezeichnungen weisen daraufhin, dass in Stadthagen einmal Leder gegerbt wurde, und zwar in großem Stil. Die SN haben nachgeforscht, welche Unternehmen hinter dieser Geschichte stecken. Alles begann mit dem Unternehmen Hasta (Harmening Stadthagen).

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An der Breslauer Straße siedelt sich das Unternehmen neu an. Heute fällt der Blick auf den Gerberhof.

Quelle: pr.

Stadthagen. Das Unternehmen war zunächst an der Niedernstraße ansässig,  zog später an die Breslauer Straße um und expandierte. Heute ist das ehemalige Betriebsgelände ein Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum: der Gerberhof.

Friedrich Christian Harmening gründete 1801 an der Niedernstraße 37 eine Lohgerberei, die 1914 der Kaufmann Carl Strebost erwarb. Nach dessen Tod übernahm Sohn Wilhelm den Betrieb. Ab 1965 führte dessen Sohn Karl-Ernst Strebost das Unternehmen.

Heute nutzt TuWat den Standort

An den ehemaligen Betriebsstandort in der Innenstadt erinnert nur noch ein mit Beton abgedecktes kreisrundes Becken in der Gerbergasse, direkt hinter den Räumen, die heute der Verein TuWat nutzt. In mehreren solcher Becken erfolgte die pflanzliche Gerbung. Die entfleischten und enthaarten Felle – ausschließlich Rindviehhäute – wurden mit gemahlener Eichenrinde (Lohe) in die Becken eingeschichtet. Der Gerbstoff der Baumrinde durchzog die Häute und stabilisierte sie zu Leder. Abnehmer war die gehobene Schuhindustrie.

Ein Jahr lang blieben die Häute in den Becken, berichtete Karl-Ernst Strebost. Der unangenehme Geruch, der die Produktion begleitete, sei allerdings nicht vom Gerbvorgang gekommen, sondern vom vorherigen chemischen Enthaaren der Felle. Gegerbt wurde später nicht mehr pflanzlich, sondern mit Chrom-Salzen, was den Gerbvorgang auf einen Tag verkürzte. Die Nassarbeiten erfolgten an der Niedernstraße im Erdgeschoss, die Trocknung im zweiten und das Färben des Leders im zweiten Obergeschoss.

Umsiedlung 1972 abgeschlossen

Ab 1934 expandierte das Unternehmen und siedelte nach und nach aus der Innenstadt an die Breslauer Straße um. Ein Grund für die Umsiedlung war unter anderem die Geruchsbelästigung. Am neuen Standort gab es einen Teich, ein Tonloch: Der Betrieb brauchte viel Wasser. 1972 war die Umsiedlung abgeschlossen. Die Produktivität stieg und erforderte bis zu 150 Mitarbeiter. Täglich wurden 2000 Quadratmeter Leder ausgeliefert.

Das, so Strebost, änderte sich Mitte der achtziger Jahre, als viele Schuhfabriken in der Bundesrepublik ihre Produktion ins Ausland verlagerten oder schlossen. 1994 schließlich musste auch die Stadthäger Gerberei aufgegeben werden. Das Betriebsgelände ist dank Umnutzung dennoch mit Leben gefüllt.

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