Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Für Politik „nicht zuständig“

Jesiden in Stadthagen Für Politik „nicht zuständig“

Der Bielefelder Sitz des jesidischen Fernsehsenders Cira TV hat für Mitte November eine Informationsveranstaltung in der Stadthäger Festhalle angekündigt. Staatsschutz und Polizei haben davon Kenntnis, bewerten das Ereignis aber aktuell als unproblematisch.

Voriger Artikel
Saurier und Hautau im Blickpunkt
Nächster Artikel
Kater erneut misshandelt
Quelle: SN

Stadthagen. „Wir überlegen noch, ob wir irgendetwas tun müssen“, teilt ein Sprecher der Stadthäger Polizei mit. Aufgrund der aktuellen Lage in Deutschland und der Welt – zum Beispiel auch der ausgearteten Demonstrationen in Hannover und Celle – sei man aber prinzipiell vorsichtig bei Veranstaltungen mit bestimmten Hintergründen.

 Denkbare Zwischenfälle gingen dabei aus Sicht der Polizei nicht von der Veranstaltung und den Organisatoren aus, sondern von „Störern“ von außen. Um die Lage abschließend bewerten zu können, befinde man sich in Gesprächen mit Vertretern des Ordnungsamtes der Stadt und der die Festhalle betreibenden Wirtschaftsbetriebe Stadthagen.

 Festhallenmanager Jörg Beinßen vertraut nach eigenen Angaben auf das Urteil der Polizei. „Die sehen in der Veranstaltung selbst kein Konfliktpotenzial“, erklärt er. In der Festhalle würden oft jesidische Hochzeiten gefeiert.

 Der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen, Helmut Kirchhöfer, bestätigt: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass an dieser Veranstaltung irgendetwas nicht zulässig ist.“ Die Organisatoren wollten unter anderem Spenden sammeln.

 Die Unterstützung solle den von der islamistischen Terrormiliz IS ins Sindschar-Gebirge (Nord-Irak) getriebenen jesidischen Kurden zugute kommen, wie Gefri Cengil-Yavsan erklärt.

 Cira TV in Bielefeld ist als Verein organisiert, dessen Vorsitzende Cengil-Yavsan ist. Sie rechnet für den 15. November mit rund 1500 Teilnehmern. Einladungen seien zum Beispiel auch an den Europaabgeordneten Burkhard Balz und den Stadthäger Bürgermeister Oliver Theiß gegangen. Cira TV – beziehungsweise e.V. – gehe es ausschließlich darum, die Not der vom IS-Terror betroffenen Jesiden zu lindern. Für Politik fühle man sich „nicht zuständig“.

 Kurdische Vereine geraten mitunter wegen Nähe zur in Deutschland verbotenen PKK ins Visier des Verfassungsschutzes. In NRW habe derselbe Cira TV aber nicht im Blick, teilt ein Sprecher mit. Auch aus dem Bundesamt für Verfassungsschutz heißt es nur: „Wir kennen die.“ Sender und Verein stufe man aber als „unauffällig“ ein.

 Die Terrororganisation IS betrachtet die Jesiden als „Ungläubige“. Nach diversen Massakern im Irak konnten Tausende von ihnen mithilfe auch von mutmaßlichen PKK-Kämpfern in die Berge von Sindschar flüchten. Dort sind sie von der IS eingekesselt – es drohen Hunger- und Kältetod. jcp

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg