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Funde aus der Renaissance

Lusthaus wird eingerüstet Funde aus der Renaissance

Bei der Sanierung des Stadthäger Lusthauses ist die Pracht verganger Zeiten sichtbar geworden. Jedoch befinden sich einige Funde in einem schlechten Zustand. Nun muss entschieden werden, was mit den Objekten aus der Renaissancezeit geschehen soll. Das Gebäude wird für weitere Arbeiten eingerüstet.

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Fachwerkmalereien und Satyren wurden unter der Barockdecke entdeckt.

Quelle: rg

Stadthagen. Nachdem bis zum Ratsbeschluss am 5. Dezember lange diskutiert worden ist, wie es mit dem Lusthaus im Stadthäger Schlossgarten weitergehen soll, hofft der städtische Bauamtsleiter nun, dass sich Besuchern im kommenden Jahr ein „stimmiges Ensemble“ bietet, wie Gerd Hegemann sagt. Im April oder Mai wird ein Gerüst erst einmal den Blick auf das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert versperren.

 Gearbeitet wurde jedoch schon seit Dezember. Und dabei sind einige außergewöhnliche Funde unter den Gipskartonplatten aufgetaucht. Endlich mal positive Überraschungen, findet auch Hegemann. Unter der Barockdecke wurde eine Kassettendecke aus der Renaissancezeit entdeckt. Außerdem fanden die Arbeiter Satyren, Figuren aus der griechischen Mythologie – ähnlich denen im Schloss an den Prunkkaminen. „Das zeigt die zeitliche Parallelität der Bauwerke.“ Leider befinden sich die Holzfiguren in einem schlechten Zustand, weil sie während des Einbaus der Barockdecke „auf brachiale Art“ passend gemacht wurden. Das heißt: Sie wurden mit dem Beil bearbeitet. Der am besten erhaltenen Figur fehlen Teile des Unterkörpers. Neben den Satyren finden sich auch Fachwerkmalereien, Löwenköpfe und Putten.

 Nun gelte es die Frage zu klären, wie mit diesen Funden umzugehen sei. „Wir haben bereits Kontakte aufgenommen, um zu klären, ob diese eine nationale Bedeutung haben.“ Das Landesamt für Denkmalpflege begleitet das Vorhaben. Auch im Hinblick auf Fördermöglichkeiten könne sich dies als interessanter Aspekt erweisen. 538.000 Euro soll laut der Planungen die Sanierung kosten, von denen die Stadt nach Abzug der Versicherungsentschädigung immer noch 506.000 Euro zu schultern hat.

 Aktuell werden Vorbereitungen getroffen, um das Gebäude zu schützen. Dazu werden diagonale Verbindungen im Inneren eingebaut, die es stabilisieren und davor schützen, bei den angrenzenden Abbrucharbeiten zusammenzufallen. Ende April oder Anfang Mai soll dann der Teilabbruch des Querriegels bis zu den Toiletten erfolgen.

Kein einfaches Unterfangen

 Im Anschluss könne das Gerüst aufgestellt werden. Und dies ist bei dem Lusthaus, das auf Pfählen im Wasser steht, ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Dafür muss der Teich abgesenkt werden. Laut Hegemann könne das Wasser bis zu einem gewissen Grad abgelassen, der Rest müsste abgepumpt werden. „Wir werden aber für die Enten etwas Wasser drin lassen.“ Dann stelle sich die Frage, welchen Untergrund die Arbeiter wohl vorfinden, also wie verschlammt der Boden ist. Aktuell werde geprüft, die Maßnahme gleich dafür zu nutzen, den Schlamm zu entfernen, der die „Gewässerbiologie belastet“, wie Hegemann erklärt. Während der Gerüstaufbau bei einem normalen Gebäude an einem Tag abgeschlossen sei, könne er sich in diesem Fall über mehrere Tage erstrecken.

 Sobald das Gerüst steht, sollen als Erstes die Ausfachungen (das Füllmaterial im Raum zwischen den Holzbalken der Fachwerkwand) entfernt werden, bevor mit der Grundsanierung begonnen werde. Da macht sich der Bauamtsleiter auf einige böse Überraschungen gefasst. „Wir haben es hier schließlich mit einem alten Objekt zu tun, an dem falsch saniert wurde.“

 Das Lusthaus soll laut Hegemann in diesem Jahr fertiggestellt werden. Das unmittelbare Umfeld würde sich dann 2018 anschließen. Dazu gehören die Teichmauer und eine kreisförmige Anlage vor dem Gebäude. „Im Anschluss würden wir gerne die Schritte unternehmen, die bereits seit einigen Jahren in Planung sind.“ Eingeschlossen ist etwa der Bereich entlang der Mittelachse im südlichen Bereich gehend. Betroffen sind damit auch die Standorte der alten Wasserfontäne aus den sechziger Jahren und der Grotte aus der Entstehungszeit des Parks. „Das beinhaltet auch ein Wasserspielangebot für Kinder.“ Gerade im Sommer sei dies attraktiv.  col

Sommercafé

 Die Politik hatte der Idee eines Sommercafés im Schlossgarten eine Absage erteilt –zumindest soll kein städtisches Geld in den Betrieb fließen. Gerüchten zufolge soll ein privater Investor sein Interesse an einer Bewirtschaftung signalisiert haben. Gerd Hegemann bestätigt diese Informationen nicht. Momentan gebe es keine konkreten Angebote, so der Bauamtsleiter. Grundsätzlich könne zwar noch einmal über ein Sommercafé gesprochen werden, wenn ein privater Gastronom das Risiko auf eigene Kosten tragen wolle, „aber es müsste gewährleistet sein, dass der Betrieb der Baustelle nicht gestört wird“. Zudem müsste allen bewusst sein, dass die Toilettenanlage in der Bauzeit nicht genutzt werden können. col

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