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Stadthagen Stadt Fusionspläne beschäftigen auch Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Fusionspläne beschäftigen auch Stadthagen
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13:17 11.03.2018
STADTHAGEN

Allerdings warnt er davor, das Geld als wichtigsten Faktor für eine Fusion zu nehmen. Das könne unter Umständen nur eine kurzfristige Verbesserung darstellen. Schließlich bleibe der Topf, aus dem sich das Land im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs bedient, gleich. „Wenn alle Gemeinden größer werden, fällt der Vorteil wieder weg.“ Viel wichtiger sei es, dass die Gemeinden organisch zueinander passen. Die Gemeinsamkeiten müssten überwiegen, sonst sei es etwa schwierig, befriedigende Ratsbeschlüsse zu treffen. Die Synergieeffekte im Bereich der Verwaltung seien bei einer Fusion eindeutig.

Heiko Tadge begrüßt die am Mittwoch bekannt gewordenen Fusionspläne ausdrücklich. Der Fraktionsvorsitzende der Stadthäger CDU erklärt: „Wir sind definitiv offen für ähnliche Fusionen.“ Bei einer Zusammenlegung – je nach Größe der Samtgemeinde – stehe ihr etwa 100 Euro pro Bürger mehr zur Verfügung. „Es entstehen einfach mehr Spielräume, um mehr Leistungen für die Bürger erzielen“, meint Tadge. Stadthagen befinde sich in einer zentralen Lage, deshalb würde sich eine Fusion mit diversen Nachbargemeinden anbieten.

SPD-Fraktionschef Jan-Philipp Beck spricht von „einem interessanten Vorstoß“ der drei Samtgemeinde-Bürgermeister. Er rege an, sich auch in Stadthagen mit den Nachbarkommunen darüber zu unterhalten, um die Vor- und Nachteile auszuloten. „Eine solche Idee muss diskutiert werden“, so Beck. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die Zusammenarbeit einen Gewinn darstellen kann. Gerade im Bereich der Verwaltung seien Kooperationen sinnvoll. Er denke da an Kindertagesstätten und die Bauhöfe. „Man muss das in Ruhe diskutieren“, meint Beck.

Er ist der Ansicht, dass eine Fusion kein Projekt ist, das sich kurzfristig entwickelt: „Das muss wachsen und darf niemandem übergestülpt werden.“ Jede Gemeinde müsse auf Augenhöhe an dem Prozess beteiligt werden. Entscheidend ist aus Becks Sicht, dass nicht nur wirtschaftliche Aspekte eine Fusion vorantreiben. Sie müsse auch gelebt werden.

„Eine solche Diskussion gibt es in Stadthagen nicht und eine Fusion ist überhaupt kein Thema“, sagt dagegen der WIR-Vorsitzende Richard Wilmers. Er sei von den großen wirtschaftlichen Vorteilen, die in dem Zusammenhang angesprochen wurden, noch nicht überzeugt. „Das muss sich dann erst noch zeigen“, sagt Wilmers. Viel wichtiger sei für ihn, ob die Bürger auch dahinter stehen. Das könne mit einer Bürgerbefragung herausgefunden werden, um das Stimmungsbild einzuordnen. Für Stadthagen jedoch sehe er keinen Bedarf: „Wir müssen hier andere Dinge lösen.“