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Garten umgewühlt

Stadthagen Garten umgewühlt

Mit diesem Anblick hat Familie Kläfker aus Wendthagen nicht gerechnet: Am helllichten Tag verwüsteten mehrere Wildschweine den Garten des Mehrfamilienhauses.

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Jantje Kläfker begutachtet die Schäden im Garten.

Quelle: uk

Stadthagen. „Ich habe mich sehr darüber gewundert, dass die Tiere jetzt sogar mitten am Tag unterwegs sind“, sagt Familienvater Uwe Kläfker erstaunt. Mit seiner Kamera hat er den angerichteten Schaden auf Bildern festgehalten. Auf diesem bleibt die Familie nun wohl sitzen, wie Jagdpächter Andreas Boldt auf Anfrage bestätigt. „Für Privatgärten haftet der Eigentümer, der sogenannte Wildschadenersatz greift lediglich für landwirtschaftliche Flächen“, erklärt der Jagdpächter aus Krebshagen.

 Das liegt daran, dass Wildschweine herrenlose Tiere sind, für die kein Besitzer verantwortlich ist. Mit der kontrollierten Jagd müssen die Jäger lediglich die Existenz der Landwirte sichern. „Werden ihre Felder extrem beschädigt, haftet in diesem Fall der jeweilige Jagdpächter“, sagt Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel.

 Einen guten Tipp für Betroffene hat Jagdpächter Boldt jedoch parat. „Wildschweine wälzen Grasnarben um, diese müssen so bald wie möglich einfach wieder umgedreht werden“, so Boldt. Auf diese Weise kann das Gras, je nach Stärke des Grasschadens, wieder anwachsen. Wartet der Gartenbesitzer zu lange, stirbt das Gras ab.

 Zum Schutz gegen erneute Wildschweinattacken empfiehlt Boldt das Einzäunen des Gartens. Diese Maßnahme ist bereits für den Rasen des jbf-Geländes nötig gewesen, wie Ursula Müller-Krahtz von der Kreisverwaltung bestätigt. Der Zaun halte zwar nicht jeden Wildschweinbesuch ab, hat die Attacken der Tiere jedoch merkbar reduziert. Wer sich für eine Umzäunung seines Grundstückes entscheidet, sollte nach Angaben von Seidel aber einen Elektrozaun verwenden, denn: „Einfache Maschendrahtzäune können Wildschweine durchaus beschädigen“, warnt der Leiter des Kreisforstamtes.

 Eine andere Möglichkeit bieten Duftstoffe aus dem Fachhandel oder das Verbreiten der eigenen, menschlichen Witterung im Garten. Das bringt aber nur etwas, sofern die Wildschweine nicht an diese Gerüche gewöhnt sind.

 Warum sich die Wildschweine in private Gärten begeben, weiß Seidel ganz genau: „Sie suchen dort nach Nahrung, vor allem nach Würmern und Schnecken, und graben dabei regelrecht den Garten um.“ Wildschweine haben einen hohen Eiweißbedarf, den sie unter anderem in Gärten stillen, wie Müller-Krahtz ergänzt. Was sie an Würmern und anderem eiweißhaltigem Getier im Wald nicht finden, holen sie sich auf diese Weise.

 Zumindest die Ausflüge der Wildschweine zur Tageszeit dürften sich nach Angaben von Seidel bald erledigt haben: „Die Tiere fühlen sich in hochgewachsenen Getreidefeldern sicher, dort leben sie ja auch tagsüber, aber bald ist alles abgeerntet“, erläutert Seidel. Auch der Beginn der Jagdzeit werde dafür sorgen, dass sich die Borstentiere wie gewohnt erst bei Beginn der Dunkelheit aus ihren Verstecken trauen. mak

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