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Gauner bieten Mietwagen zum Verkauf an

Stadthagen / Vor Gericht Gauner bieten Mietwagen zum Verkauf an

Was taugt der Plan für den ganz großen Coup, wenn er so nebenbei vor dem Fernseher entstanden ist? Nicht viel, dürfte es einem Mann aus Celle aufgegangen sein, der sich am Montag vor dem Stadthäger Amtsgericht verantworten musste.

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Quelle: dpa

Stadthagen (jcp). Gemeinsam mit einem Bekannten hatte er den bei einer Filiale der Autovermietung „Sixt“ in Celle geliehenen Mercedes C220 einem Stadthäger verkaufen wollen, der darauf Anzeige erstattet hatte.

 Der 49-Jährige bestritt eine Beteiligung an der Tat. Sein Freund und Mitbewohner, den er inzwischen „rausgeschmissen“ habe, blieb dem Termin fern. Richterin Gönna Freifrau von Blomberg gab schließlich dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, das Verfahren in der Kreisstadt einzustellen. Grund: Die Beweislage hätte nur für ein sehr geringes Urteil ausgereicht, belanglos gegenüber einer neunmonatigen Freiheitsstrafe, die wegen Betrugs im Dezember in Celle gegen den Mann verhängt worden war. „Noch wegen einer alten Sache“, wie er sich erinnerte. Die Ermittlungen gegen den scheinbar hauptverantwortlichen Bekannten des Mannes laufen nun gesondert weiter.

 Eines Abends, „so vor dem Fernseher“, erinnerte sich der in Stadthagen vor Gericht stehende Teil des Duos, hätte er mit seinem Mitbewohner „rumgesponnen“. Man könnte sich doch einen Wagen bei einer Autovermietung leihen und dann über das Internet verkaufen. Was der Angeklagte nach eigenem Bekunden sofort als „Blödsinn“ ausgemacht habe, setzte der Bekannte prompt in die Tat um. Merkwürdig nur, dass der Vertrag mit „Sixt“ in Celle auf den Namen des Mannes abgeschlossen war, der gestern aussagte.

 Der gab weiter an, die beiden hätten sich das Auto geliehen, um spazieren zu fahren, und weil der Mitbewohner zu einem Vorstellungsgespräch nach Hamburg gemusst hätte. Am Tag dieses vermeintlichen Gespräches allerdings begab sich der Bekannte mit dem Mercedes nach Stadthagen, wo sich ein potenzieller Abnehmer über das Internet gefunden hatte.

 „Der war sehr nervös und das Auto war unheimlich günstig“, sagte der Schwiegersohn des Geschädigten aus. 19000 Euro sollte der C220 kosten. „Wir dachten, der lässt sich scheiden und will den Wagen deshalb so Hals über Kopf loswerden“, erzählte der Zeuge weiter.

 Dass der Verkäufer keinerlei Papiere zum Fahrzeug vorweisen konnte, erregte allerdings erstes Misstrauen. Auch ein „Sixt“-Anhänger am Bund des Autoschlüssels ließ Schwiegervater und -sohn aufmerken.

 Als der offensichtlich so nervöse Verkäufer sich kurz auf die Toilette begab, nutzten sie die Gelegenheit für den Blick in eine Tüte, die der Mann auf dem Wohnzimmertisch hatte liegen lassen. Darin lag die Miet-Quittung für den Mercedes. Es folgte ein Anruf bei der Stadthäger Polizei.

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