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Geburtshilfe in Stadthagen schließt

Klinik Bethel übernimmt Fachabteilung ab September Geburtshilfe in Stadthagen schließt

Neugeborene werden ab September nicht mehr in Stadthagen das Licht der Welt erblicken – zumindest nicht im Kreißsaal. Die Geburtshilfe wird im Agaplesion Krankenhaus Bethel Bückeburg konzentriert, die gynäkologische Fachabteilung im Gegenzug im Stadthäger Klinikum gebündelt.

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Quelle: Foto: Archiv

Stadthagen. Ab 2017 wird es nur noch eine Geburtshilfe im neuen Klinikum Schaumburg in Vehlen geben. Dorthin ziehen acht festangestellte Hebammen aus Stadthagen und vier der neun bisherigen Beleghebammen aus Bückeburg. Ursprünglich hätte der Betrieb in Stadthagen bis zum Umzug zu Jahresbeginn normal weiterlaufen sollen.

Nach Angaben der Geschäftsführung lehnten aber fünf der insgesamt neun Bückeburger Beleghebammen eine Vertragsverlängerung bis Jahresende ab. „Wir bedauern diese Entscheidung, denn das heißt, dass nun doch beide Geburtshilflichen Stationen vor der Inbetriebnahme des Gesamtklinikums an einem Standort zusammengeführt werden müssen“, erklärt Nina Bernard. Ähnlich wird die Sprecherin der Krankenhausprojektgesellschaft auch in einer Hausmitteilung des Bückeburger Krankenhauses zitiert. Die Betroffenen indes wehren sich gegen die Darstellung, sie hätten sich für die Kündigung „entschieden“.

„Wir gehen nicht freiwillig“, sagt eine von ihnen. „In Vehlen sind keine Stellen für uns frei.“ Eine gut unterrichtete Kollegin habe ihnen zu verstehen geben, sie und die anderen vier Bückeburger Hebammen hätten schlechte Aussichten, selbst wenn sie sich für einen Job im neuen Gesamtklinikum bewerben würden. Die Frau selbst tritt nun ab 1. September eine Stelle in Nordrhein-Westfalen an.
Dieser Darstellung widerspricht Dr. Achim Rogge. Dass die Geburtshilfe nun früher als geplant schließt, sei nicht Folge einer Personalabbaumaßnahme, erklärt der Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft.

Im März hätten die neun Bückeburger Beleghebammen kollektiv gekündigt, sagt Rogge. Mutmaßlich hätten sie so sowohl den Erhalt aller neun Stellen als auch ihres Status als Beleghebammen erzwingen wollen.

Im Konzept für das Gesamtklinikum sei aber ein Festangestelltensystem vorgesehen, sagt Rogge. Er habe Gespräche mit den Bückeburger Hebammen geführt. Drei von ihnen hätten signalisiert, sich diesen Wechsel vorstellen zu können. Eine hatte sich für eine Leitungsposition in Vehlen beworben und habe diese auch bekommen.
Laut Rogge wäre das Aus für die fünf anderen vermeidbar gewesen. Er habe nie ein Geheimnis daraus gemacht: „Ja, wir haben Personalabbau.“ Da es aber sowohl in Bückeburg als auch in Stadthagen Bewegung auf den Stationen gebe – zum Beispiel über Mitarbeiter, die sich neue Jobs suchen, weil sie nicht nach Vehlen umziehen wollen – hätte es nach Darstellung des Geschäftsführers durchaus sein können, dass die fünf eine Beschäftigung im Gesamtklinikum bekommen.

Chefarzt Dr. Momme Arfsten, seit 2007 Leiter der Bückeburger Abteilung, ist bereits seit 2009 für Stadthagen mitverantwortlich. Auch die jeweils achtköpfigen Ärzte-Teams vereinen sich.
„So gern wir den werdenden Müttern bis zum Umzug die Wahl zwischen Stadthagen und Bückeburg überlassen hätten, so sehen wir in dieser Zusammenlegung den Vorteil, dass sich das Team aus Ärzten, Hebammen und Pflege vor dem Umzug kennenlernt und medizinische und pflegerische Standards anpassen kann“, so Rogge.

In Sachen Standards hätten die Bückeburger ein hohes Niveau vorgelegt. Dreimal erreichte die Station das Zertifikat „Babyfreundliches Krankenhaus“ mit Bestnoten. Zwei Kreißsäle stehen zur Verfügung, ein dritter könne jederzeit eröffnet werden.

Die gynäkologische Abteilung Stadthagens profitiert im Gegenzug. „In unserem in diesem Jahr re-zertifizierten Brustzentrum werden bereits heute große gynäkologische Eingriffe vorgenommen. Deswegen haben wir uns entschlossen, die gynäkologische Abteilung in Stadthagen zu konzentrieren“, erklärt Sprecherin Bernard.  geb, jcp

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