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Geburtstagsfeier endet mit Messer im Bein

Stadthagen Geburtstagsfeier endet mit Messer im Bein

Für eine Verurteilung hat Richterin Gönna Freifrau von Blomberg die Beweislage nicht ausgereicht: Sie hat gestern eine 41-jährige Stadthägerin freigesprochen, die ihrem Verlobten die fast 16 Zentimeter lange Klinge eines Küchenmessers in den Oberschenkel gerammt haben soll.

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Stadthagen (jcp). Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate Haft gefordert, auszusetzen auf zwei Jahre zur Bewährung. Bedacht hatte sie dabei bereits den Blutalkoholgehalt von 2,9 Promille, den die Polizei am Tag der Tat im Oktober vergangenen Jahres bei der Beschuldigten festgestellt hatte.
Rettungssanitäter hatten damals die Polizei hinzugerufen. Die Harz-IV-Empfängerin hatte Angaben der beiden beteiligten Polizisten zufolge ihren Geburtstag zusammen mit dem Verlobten in der gemeinsamen Wohnung gefeiert. Dabei sei der Fernseher zubruch gegangen. Die Frau soll daraufhin so in Rage geraten sein, dass sie das Opfer mit dem Messer angriff.

Der Verlobte war nicht für eine Aussage vor dem Amtsgericht erschienen. Richterin Blomberg verhängte ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro oder drei Tage Haft gegen ihn. Bereits am fraglichen Abend soll er – ebenfalls stark alkoholisiert – nach Angaben der Polizei gesagt haben, dass er an einer Strafverfolgung seiner Zukünftigen nicht interessiert sei.

Rechtsanwalt Reiner Wötzel hielt die Aussagen der Polzisten für nicht zulässig bei der Urteilsfindung. So könnten beide nicht sagen, ob das am Messer klebende Blut und die Lache auf dem Teppich in der Wohnung tatsächlich zum Opfer gehörten, da dies nicht untersucht worden sei. Die Beamten hätten seine Mandantin außerdem nicht über deren Recht aufgeklärt, die Aussage zu verweigern. Die 41-Jährige sei zum Tatzeitpunkt für eine verlässliche Wiedergabe der Geschehnisse ohnehin zu betrunken gewesen. Da in der Zeit zwischen Tat und Eintreffen der Polizei mehrere Minuten vergangen seien, könnte niemand mit Sicherheit sagen, dass die Geburtstagsfeier nicht von weiteren Gästen besucht worden sei, die sich zwischenzeitlich von dannen gemacht hätten. Nicht zuletzt gilt das Paar als polizeibekannt. Bereits mehrfach hatte der Mann die Frau verprügelt. „Wie“, sagte Wötzel, „können wir da ausschließen, dass es sich um eine Notwehrsituation gehandelt hat?“

Da das Gericht die Ereignisse aus den Aussagen Dritter zusammensetzen musste und es außer den Beteiligten keinen unmittelbaren Zeugen gab, folgte Richterin Blomberg Wötzels Forderung nach einem Freispruch.

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