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Geistliche verteidigen Kirchenasyl

Scharia-Vorwurf „absurd“ Geistliche verteidigen Kirchenasyl

Die Kritik von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Kirchenasyl stößt in Schaumburg auf Unverständnis. Den Vergleich mit der Scharia, dem islamischen Strafrecht, bezeichnet Klaus Pönninghaus als „absurd.

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Quelle: Symbolfoto

Stadthagen. Wir suchen nicht aktiv nach Leuten. Aber wenn Menschen in Not an uns herantreten, helfen wir – wie in anderen Fällen auch“, betont der Oberprediger der evangelisch-lutherischen St.-Martini-Gemeinde Stadthagen.

Vor einem halben Jahr habe seine Gemeinde einer Person Kirchenasyl gewährt, die durch die drohende Abschiebung akut mit dem Leben bedroht gewesen sei. „Das ist aber im guten Einvernehmen mit dem Landkreis erfolgt. Das war uns auch wichtig“, betont Pönninghaus. Mit Erfolg: „Die Ausweisung ist mittlerweile zurückgewiesen worden.“

Auch sein Bückeburger Kollege Wieland Kastning verteidigt das Kirchenasyl. „In bestimmten Situationen kann es durchaus sein, dass wir uns als Kirche verpflichtet fühlen, zu helfen“, erklärt der Oberprediger der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bückeburg. Allerdings habe er bisher alle Ansinnen zurückgewiesen.

„In drei Fällen sind Menschen auf mich zugekommen. Aber ich muss davon überzeugt sein, dass das Leben der Betroffenen durch die Abschiebung bedroht ist. Das war nicht der Fall.“ Noch heute leben nach Auskunft von Kastning alle drei Familien in der Region. „Die Anfrage an uns war wohl etwas übereilt.“

Den Scharia-Vorwurf von de Maizière „kann ich so nicht stehen lassen“, sagt der Bückeburger Oberprediger. „Es geht nicht um das Richten und Verurteilen. Im Gegenteil: Die Kirche bewahrt Menschen vor dem Tod.“ Die Tatsache, dass die Behörden nicht gegen das Kirchenasyl vorgehen, werte er als Zeichen dafür, dass ein „praktischer Konsens zwischen Staat und Kirche herrscht“.

Der Pfarrer der katholischen St.-Joseph-Gemeinde vertritt die Ansicht, dass die Kirchen grundsätzlich die Möglichkeit haben sollten, Schutzräume für Menschen in Not zu schaffen. „Es sind Ausnahmefälle. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Kirchen das ausnutzen und rechtsfreie Räume schaffen“, beurteilt Pfarrer Stephan Uchtmann die Situation.

Auch an der Tür der St.-Joseph-Gemeinde hätten bereits Menschen auf der Suche nach Zuflucht geklopft. „Wir haben das aber abgelehnt, weil die Personen nicht aus Stadthagen kamen und wir die Menschen bisher nicht begleitet hatten.“ Allerdings begleite seine Kirchengemeinde die Asylbewerber vielfach bei Behördengängen, und auch finanzielle Unterstützung über die Caritas sei keine Seltenheit, um den Flüchtlingen einen Rechtsanwalt zur Seite zu stellen.  ber

3000 Euro für Flüchtlingshilfe

Die Bückeburger Gärtnerei Engel und Engelke hat einen Scheck in Höhe von 3000 Euro an den Kirchenkreis Bielefeld zugunsten der Flüchtlinge aus Kriegsregionen überreicht. „Aufgrund der Notsituation in Syrien und Irak haben wir uns entschlossen, etwas Gutes zu tun“, erklärt Inhaber Christian Engelke. Der Kirchenkreis Bielefeld dient als Anlaufstelle für Kirchenasylanten. Das Geld soll für Einkäufe, Übersetzungs- und Anwaltshilfen eingesetzt werden. r

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