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Stadthagen Stadt Gelbe Karte für Verkehrssünder
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Gelbe Karte für Verkehrssünder
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09:25 12.11.2016
 Jule (10) und Timotheus (11) verteilen gelbe Denkzettel.  Quelle: jemi
STADTHAGEN

13.15 Uhr, Rush Hour an der Schachtstraße vor den drei großen Stadthäger Schulen: Die Fahrbahn ist vollgestopft mit Autos von Eltern, die ihre Kinder von der Schule abholen. Einige von ihnen stoppen ihr Auto im absoluten Halteverbot, andere halten mitten auf der Fahrbahn. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, haben die Elternräte des Ratsgymnasiums (RGS), der Integrierten Gesamtschule Schaumburg (IGS) und des Wilhelm-Busch-Gymnasiums (WBG) gemeinsam mit der Polizei eine „Denkzettelaktion“ initiiert.

Gestern gingen sie in gelben Warnwesten auf die Suche nach Verkehrssündern und mahnten sie, sich an die Regeln zu halten. Neben den Eltern und der Polizei beteiligten sich auch 18 Schüler an der Aktion.

Fahrradfahrer sind ebenfalls ein Problem

Problem ist, dass die wenigen Parkplätze, die es vor den Schulen gibt, nicht ausreichen. Aus diesem Grund halten viele Eltern – auch aus Bequemlichkeit – in zweiter Reihe, berichten die Elternvertreter. „In diesem Jahr sind es aber eher die Fahrradfahrer, die wir uns vorknöpfen müssen“, sagt Kontaktbeamter Carsten Köller.

Viele Schüler fahren auf dem Gehweg, haben kein Licht am Rad und hören laute Musik über Kopfhörer. Sogar einen Lehrer ermahnten sie, der mit seinem Fahrrad auf dem Gehweg unterwegs war. „Die Aktion ist natürlich gut“, meint Nils Brickwedel reumütig – und ab Montag werde er die Straße benutzen oder eben schieben.

Polizei kontrolliert in ein paar Wochen

Dass weniger Autofahrer als im vergangenen Jahr mitten auf der Straße halten, könnte an den neu installierten Schildern liegen, die ein absolutes Halteverbot vorgeben, vermutet Köller. Nichtsdestotrotz: „Zu Stoßzeiten ist es hier wahnsinnig voll“, sagt Daniela Beschle, Vorsitzende des WBG-Elternrates. Kleinere Unfälle habe es schon gegeben. Die sollen sich nicht wiederholen.

Silvia Eickstädt, vom WBG-Vorstand, berichtet von unterschiedlichen Reaktionen der Autofahrer, die bei einem Fehlverhalten erwischt wurden. „Einige sind ehrlich betroffen, andere wissen gar nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben und erklären ihre Situation.“ Aber es gebe auch diejenigen, die sich aufregen. Ob die Autofahrer auch etwas durch die Denkzettel-Aktion gelernt haben, wird sich in zwei oder drei Wochen zeigen. Dann wird die Polizei eine richtige Kontrolle durchführen.  jemi