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Stadthagen Stadt Gemeindefest zum 700. Geburtstag
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Gemeindefest zum 700. Geburtstag
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15:36 20.06.2018
Die St.-Martini-Kirche wurde im 13. und 14. Jahrhundert erbaut - hier die gotische Halle mit den drei Kirchenschiffen. Quelle: rg
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Stadthagen

So steht als Nächstes am Sonnabend, 23. Juni, das große Gemeindefest im Veranstaltungskalender. Unter dem Motto „glauben – teilen – leben“ soll es ab 14 Uhr auf dem Kirchhof ein abwechslungsreiches Programm mit Mitmachaktionen für Groß und Klein, Handwerkskunst und Live-Musik geben.

Denn gerade die Kirchenmusik hat einen hohen Stellenwert in der Martini-Gemeinde. Dies wird sowohl an der Vielzahl der Chöre und Ensembles deutlich, als auch den vielen Menschen, die sich mit Instrumenten und ihren Stimmen gesanglich einbringen. Dieses Engagement bezeichnet auch Kantor Christian Richter „bewundernswert“.

Er ist seit zwölf Jahren in Stadthagen und findet seinen „Arbeitsplatz“ mit der guten Akustik und dem schönen Raum sehr „motivierend“. Richter betreut neben der Martini-Kantorei und dem Vokalensemble auch die Seniorenkantorei und drei Kinderchöre. Den Jugendchor für Schüler ab der siebten Klasse leitet Stefan Disselkamp und Ina Seidel betreut das Chörchen für Erwachsene.

Gesungen wird immer

Und gesungen wird immer, unabhängig von Jubiläumsfeiern. Denn ja, gibt Oberprediger Martin Runnebaum zu, das Alter der St.-Martini-Kirche ist nicht gesichert. Es könne sein, dass sie 100 Jahre älter ist, oder es auch eine Vorgängerkirche am selben Platz gab. Dennoch gebe es keinen besseren Zeitpunkt, als das Jubiläum in diesem Jahr zu feiern. Denn gesichert sei, dass der Chor 1318 gebaut worden ist.

Vermutlich gab es schon im 13. Jahrhundert einen Vorgängerbau der St.-Martini-Kirche, wie etwa bei Grabungen an der Kirche gefundene Holzteile belegen. Zwei Urkunden aus dem Jahr 1230 benennen außerdem für die neue Siedlung Grad Adolfs III (das heutige Stadthagen) einen Pfarrer und eine Kirche.

Renaissancekunst prägt das Bild

Die heutige Kirche ist eine im 13. und 14. Jahrhundert erbaute dreischiffige gotische Hallenkirche mit wuchtigem, dreigeschossigem Westturm und mit zum Teil sehr altem Geläut von 1434 und 1511. Möglicherweise sind Teile der Vorgängerkirche in den Bau integriert worden. Zur ältesten Bausubstanz zählt jedoch das untere Geschoss des Turmes.

Die Renaissancekunst prägt das Bild der Kirche wesentlich. Hinter dem Chor der Kirche ließ Fürst Ernst 1622 bis 1627 das siebeneckige Mausoleum errichten, eine freistehende Grabkapelle in der Form eines kuppelüberwölbten Zentralbaus. In der Mitte der Grabstätte steht der Auferstandene mit vier Grabwächtern, eines der Hauptwerke des Bronzebildhauers Adriaen de Vries, das 1618-1620 gegossen wurde. r

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