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Genau hingeschaut

Auch in Stadthagen sind viele Kameras auf die Menschen gerichtet Genau hingeschaut

Sie geraten immer wieder in Konflikt miteinander: der Schutz der Persönlichkeitsrechte und das gesteigerte Interesse nach mehr Sicherheit. Gerade beim Thema Kameraüberwachung stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber.

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STADTHAGEN. . Und durch die vermehrte Zahl von Einbrüchen, Übergriffen und zuletzt auch wieder Anschlägen wird die Debatte erneut angeheizt. In Stadthagen sind es bisher nur vereinzelte Bereiche, in denen sich Menschen unter Beobachtung befinden. Aber auch hier steigen die Zahlen.

Bahnhof
Am Stadthäger Bahnhof gibt es laut Verwaltungssprecherin Bettina Burger Kameraüberwachung. Im Zuge der Neugestaltung der „Bike & Ride“-Anlage im Jahr 2013 sei demnach auch eine Kamera installiert worden – und zwar aufgrund von Vorfällen in der Vergangenheit. „Es gab immer wieder Fälle, in denen Räder entwendet wurden. Für mehr Service und Sicherheit hat die Stadt sich dann zur Überwachung entschlossen“, so Burger. Dies werde für alle Nutzer mit einem Schild deutlich gemacht. Dies ist immer verpflichtend, da es keine heimliche Überwachung geben darf. Ebenso ist es im Parkhaus am Bahnhof, das aufgrund von Vorfällen mit einer Kamera nachgerüstet worden sei, wie Burger weiß.

Tiefgarage
Erfasst werden auch alle Fahrer, die die Tiefgarage am Hundemarkt benutzen: Sowohl die Ein- und Ausfahrt als auch der Kassenautomat werden laut Burger überwacht. Die dortige Kamera sei jedoch weniger mit Blick auf Sicherheitsaspekte, als zur Überprüfung der technischen Funktion der Anlage angebracht worden, erklärt die Stadtsprecherin.

Marktpassage
Auch auf die Marktpassage ist ein Kameraauge gerichtet, „aber dies dient rein touristischen Zwecken“, wie Burger schmunzelnd bemerkt. Auf der Homepage der Stadt können Interessierte das Treiben auf dem Marktplatz beobachten. Alle zehn Sekunden gibt es ein neues Bild. „Ich weiß von Leuten, dass sie gezielt schauen, ob der Marktbeschicker ihrer Wahl da ist“, so Burger. Um allerdings Fußgänger zu identifizieren reicht die Bildqualität nicht. Bisher haben weder Verwaltung noch Politik einen Anlass für eine Überwachung gesehen, erklärt Burger weiter.

Festplatz
Eine Webcam haben außerdem die Stadthäger Wirtschaftsbetriebe installiert. Die Linse hält das Geschehen auf dem Festplatz fest. Aber auch hier gehe es nicht um den Sicherheitsgedanken, wie Geschäftsführer Helmut Kirchhöfer erklärt. Die Kamera sei eher als Wettercam zu verstehen, „oder wenn Krammarkt ist“. Weder Autos geschweige denn Kennzeichen seien zu erkennen, betont Kirchhöfer.

Tropicana
Um sich vor Betrugsversuchen zu schützen, sind indes die Kamera im Tropicana vor Jahren installiert worden. Ein Schild am Eingang macht die Besucher darauf aufmerksam. Da müsse sich aber niemand Sorgen machen, beim Umkleiden beobachtet zu werden, die Kameras überwachen den Eingangs- und Klassenbereich sowie die Flüge vor den Umkleiden. „Wenn beispielsweise jemand seinen Chip nicht bezahlt, können wir hinterher über die Aufnahmen versuchen, den Täter zu finden“, so Kirchhöfer, „aber Gott sei Dank ist das bisher recht selten vorgekommen.“ Übergriffe auf weibliche Besucher habe es seines Wissens noch gar nicht gegeben. Bei Vorfällen würden die Aufnahmen an die Polizei übergeben, um einen Strafantrag zu stellen. Zu Gesicht bekomme die Aufnahmen im Haus auch nur der Betriebsrat.

Einzelhandel
Natürlich gibt es auch Geschäftsleute, die zur Sicherheit auf Kameras zurückgreifen, wie etwa das Modehaus Hagemeyer. Das Juwelier-Geschäft von Joachim Held gehört zu einer Risikogruppe, die für den Versicherungsschutz sogar verpflichtet ist, Kameras zu installieren. Auch Tankstellen, die von Vermögens- und Eigentumsdelikten potenziell besonders gefährdet sind, setzen in den meisten Fällen auf Kameras, sowohl zur Abschreckung als auch bei der Tätersuche.

Banken
Ähnlich stellt sich die Situation bei Banken dar. Auch hier ist die Kameraüberwachung, etwa in Kasse- und SB-Räumen verpflichtend. „Niemand soll ausgespäht werden, es geht um Prävention“, betont Marc-Oliver Kreft, Sprecher der Sparkasse Schaumburg. Genutzt würden die Aufnahmen etwa, wenn mit gestohlenen Karten Geld abgehoben worden ist oder jemand sein Geld nicht aus dem Schlitz zieht und der nächste Kunde es mitnimmt.

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