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„Generationentheater“ in dritter Runde

Bühne als Brücke zwischen Jugendlichen und Senioren „Generationentheater“ in dritter Runde

„Alte Leute sind cool“, antwortet die 18-jährige Chantal Ucko nach kurzem Nachdenken auf die Frage, weshalb sie beim „Generationstheater“ in der Alten Polizei mitmachen will.

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Stadthagen.  Gemeinsam mit anderen Jugendlichen will sie an dem altersübergreifenden Experiment der Oberstufe der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schaumburg teilnehmen.

Es ist bereits die dritte Auflage der Aktion und Teil des Unterrichts. Die vorherigen Experimente waren nach Angaben von Theaterpädagogin Renate Junklewitz ein großer Erfolg. „Das Zusammenführen der jungen und alten Menschen über die Schauspielerei ist jedes Mal gelungen“, so Junklewitz. Die Theaterpädagogin betreut das Projekt gemeinsam mit der IGS-Lehrerin Lena von Urff.

Das Ziel ist eine Aufführung am Ende des Schuljahres. Der Weg dorthin ist nicht immer einfach: Vieles muss auswendig gelernt und einstudiert werden. Das diesjährige Thema „Flucht und Vertriebene“ entstand aus aktuellem Anlass. In kleinen Gruppen soll das Stück improvisatorisch erarbeitet werden, wie von Urff und Junklewitz durchblicken lassen.

„Mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten war für mich der Anreiz mitzumachen“, sagt Wilfried Steege. Mit seinen 83 Jahren ist er der Älteste unter den fünf Senioren, die beim Theaterspiel mitmachen. Beim gegenseitigen Kennenlernen gab es für Steege und seine Mitstreiter einiges zu entdecken: „Es irritiert einen erst mal, wie die Schüler miteinander umgehen, die kennen teilweise nicht mal die Namen ihrer Sitznachbarn“, erzählt Rosmarie Paleit (74). Die Seniorin ist das zweite Mal bei dem Projekt dabei und hatte vorher noch nie etwas mit der Schauspielerei zu tun.

„Man achtet darauf, wie man rüberkommt“, erzählt Chantal Ucko. Die Senioren sieht die 18-Jährige als Respektspersonen an und möchte von der Lebenserfahrung profitieren. Die gleichaltrige Leonie Lehmann schließt sich ihrer Mitschülerin an: „Es nimmt die Angst vor dem Altwerden.“ Dass die Jugendlichen und die Senioren auf einer Wellenlänge liegen, ist während der Zusammenarbeit zu erkennen. Bei den Proben duzen sich die Darsteller, um möglichst locker miteinander umgehen zu können.

Trotz dieser ungezwungenen Atmosphäre trennen sich nach der Abschlussvorstellung oftmals die Wege der Jungen und Mädchen von denen der Senioren. „Auf der Straße begrüßt man sich zwar, aber der Kontakt bleibt nicht bestehen“, erzählt Dorothea Sonntag (61). Dennoch ist sich Theaterpädagogin Junklewitz sicher, dass das Verständnis füreinander aus der Zusammenarbeit wächst, wenn auch erst nach dem Ende des Projektes. Ein Grund dafür sei, dass beide Seiten von Anfang an ein anderes Bild von der jeweiligen Generation erhalten: „Es sind nicht mehr nur Oma und Opa.“ Vielmehr sehen die Teilnehmer den Menschen an sich, der einem begegne.
 n Einsteigen können interessierte Senioren jederzeit. Geprobt wird montags in der Zeit von 14 bis 15.30 Uhr in der Alten Polizei in Stadthagen.

vr

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