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Geschäfte müssen ins Netz

Wirtschaftsförderer appelliert an Einzelhändler Geschäfte müssen ins Netz

Dass die Digitalisierung auch in Stadthagen auf dem Vormarsch ist, belegen neben der Einführung des kostenlosen WLANs auch das Handyparken sowie die beiden Projekte der Schaumburger Nachrichten: den digitalen Stadtrundgang per QR-Codes sowie das digitale Schaufenster „kauf hier“.

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Stadthagen. Und am Letzteren gelte es anzuknüpfen, denn mit dem veränderten Kaufverhalten sei es überlebenswichtig für alle Einzelhändler, auch im Internet präsent zu sein, erläuterte Wirtschaftsförderer Lars Masurek jüngst im Wirtschaftsausschuss. Nach einer Umfrage von der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland aus dem Jahr 2015, glauben 70 Prozent der Mitglieder, dass Geschäfte, die online nicht vertreten sind, bald nicht mehr existieren. Zudem steige der Umsatzanteil am Onlinehandel, Schätzungen zufolge soll er in diesem Jahr bei 48 Milliarden Euro liegen.

Stationäre Einzelhandel profitiert nicht

„Die Konsumausgaben sind hoch, die Leute geben Geld aus, aber der stationären Einzelhandel profitiert nicht davon“, fasst Masurek das Problem zusammen. Einer IFH-Studie „Vitale Innenstädte“ 2016 zufolge, sagten 19 Prozent der Befragten, die in einer Stadt mit weniger als 25 000 Einwohnern leben, dass sie nur noch selten in der Innenstadt einkauften. Wo die Hemmnisse liegen, könne er nur vermuten. Vielleicht im geringen allgemeinen oder technischen Wissen bei den Händlern in Bezug auf Onlineshops. „Möglicherweise scheuen sie auch die Kosten oder sind einfach unsicher, was kommt.“ Aber eins sei sicher, betont Masurek: „Die Digitalisierung geht nicht wieder weg, wir müssen da ran.“ Es sei seiner Meinung nach so wichtig, eine lokale Strategie zu entwickeln, dass „wir das zum Kernthema des Stadtmarketings machen sollten“. Konkret solle in Kooperation mit einer Umfrage bei den Händlern begonnen werden, was sie im Onlinebereich bereits machen, planen oder wobei sie Hilfe bräuchten.

Eigene Homepage Pflicht

Für Masurek ist klar: „Heutzutage geht kein Weg mehr an einer eigenen Homepage vorbei.“ Man verbaue sich sonst eine Menge Kundenpotenzial. Außerdem plädiert der Wirtschaftsförderer für ein „abgestimmtes Vorgehen auf regionaler Ebene“, da alle Kommunen vor denselben Herausforderungen stünden. Für Jan-Philipp Beck (SPD) ist „kauf hier“ ein „vorbildliches Projekt“. Er würde sich nur wünschen, wenn es noch mehr Anklang bei den Händlern finden würde. Darüber hinaus müsse jedoch noch mehr getan werden, um die Aufenthaltsqualität der Innenstadt noch zu erhöhen. Der Meinung von Norbert Kunze (FDP), nachdem die Steigerung beim Onlinehandel irgendwann beendet sein werde, wollte sich Günter Raabe, Vorsitzender des Stadtmarketing Stadthagen (SMS) nicht anschließen: „Ich habe auch immer gedacht, wir könnten dem mit Service und Beratung entgegentreten. Das glaube ich jetzt nicht mehr.“ In Stadthagen gebe es viele inhabergeführte Geschäfte, die sicherlich überfordert seien und Hilfe bräuchten. In diesem Punkt müssten Stadt und Handel zusammenarbeiten, „sonst haben wir verloren“. Aber natürlich, griff er Becks Stichwort Aufenthaltsqualität noch einmal auf, müssten sich die Händler mehr bewegen, etwa bei den Öffnungszeiten: „Aber vielleicht ist der Druck noch nicht hoch genug.“

Von Mira Colic

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