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Geständnis zum Prozessauftakt

Nach brutalem Überfall im Villenviertel Geständnis zum Prozessauftakt

Fünf Monate nach dem brutalen Überfall auf ein bekanntes Stadthäger Ehepaar hat einer der Räuber ein Geständnis abgelegt und sich bei den Opfern entschuldigt. „Es tut mir von ganzem Herzen leid“, erklärte der 23 Jahre alte Angeklagte am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Landgericht in Bückeburg.

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Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg. Der Mann aus Bremen behauptet, Schulden bei einer Großfamilie gehabt zu haben. Zu der Tat will er gezwungen worden sein. „Profit hätte ich nicht gehabt“, versicherte der 23-Jährige. „Aber man hat mir versprochen, dass meine Schulden dann weg sind.“ Außerdem will der Bremer Angst um seine Familie gehabt haben. Wenige Tage vor dem Überfall hatten er und seine Lebensgefährtin ein Baby bekommen.

 Zwei vermummte Männer hatten am späten Abend des 21. Oktober 2016 an der Tür des Hauses im Stadthäger Villenviertel geklingelt, worauf der Hausherr öffnete. Nach eigenen Angaben erklärte der 23-Jährige dem Mann, dass der Sohn des Paares hohe Schulden „bei gewissen Leuten“ habe. Dabei soll der Sohn „Thomas“ genannt worden sein. Er hat jedoch einen anderen Vornamen.

 Um ihrer Forderung nach Geld mehr Nachdruck zu verleihen, sollen die Eindringlinge dem Vater gedroht haben: „Wir erschießen Ihre Frau.“ Außerdem hätten die Männer angekündigt: „Wir haben ihren Sohn im Auto, den erschießen wir auch.“ Staatsanwalt Ulf Kranitz geht davon aus, dass der Bremer in der einen Hand eine geladene Schreckschusspistole hatte, in der anderen einen Maurerhammer.

 Die Hausbewohner händigten den Tätern schließlich eine kleinere Menge Bargeld, Uhren, Schmuck sowie eine EC-Karte samt korrekter PIN-Nummer aus. „Wenn die Nummer nicht stimmt, sind morgen die Bulgaren hier“, soll ein Räuber gedroht haben. Nach der Tat wurden die Opfer im Heizungskeller mit Kabeln gefesselt. Beide hatten Verletzungen erlitten. Die Frau war laut Anklage von einer Treppe gestoßen worden.

 Drei weitere Männer warten auf dem Parkplatz

 Aufmerksame Nachbarn hatten in jener Nacht die Polizei alarmiert. Im Keller des Hauses traf eine Beamtin auf den jetzt angeklagten 23-Jährigen. Als der Bremer flüchten wollte, gelang es einem Kollegen der Polizistin, den Mann vor dem Haus niederzuringen und ihm die Pistole zu entreißen. Der Angeklagte behauptet, er sei zuvor zum Haus zurückgekehrt, um die Opfer „zu befreien“.

 Der zweite Täter ist noch auf freiem Fuß. Das gleiche gilt für angeblich drei weitere Männer, die dem Angeklagten zufolge auf einem nahen Parkplatz im Auto gewartet haben sollen. Mit einem von ihnen soll der 23-Jährige über Kopfhörer verbunden gewesen sein. Demnach wäre er „marionettenartig gesteuert“ gewesen, so Ralf Jordan, der als Anwalt der Nebenklage die Interessen der Opfer vertritt.

 Der Sohn des Ehepaares sollte als Zeuge aussagen, erschien aber nicht zur Verhandlung. Das Gericht vertagte die Sitzung daraufhin auf kommenden Montag.

 Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer am Landgericht, hat vier Verhandlungstage anberaumt und zehn Zeugen geladen. Nach dem bisherigen Zeitplan soll das Urteil am Montag, 3. April, verkündet werden. Im Fall eines Schuldspruchs droht dem Angeklagten eine mehrjährige Haftstrafe. Der Bremer sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. ly

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