Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Gesunde Cafeteria als Alternative zu Fast-Food
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Gesunde Cafeteria als Alternative zu Fast-Food
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:19 01.10.2012

Stadthagen (aw). Das WBG beteiligt sich mit zwei Themen an dem Projekt: Gesundheit und Abfall. „Wir haben eine von Eltern und Schülern bewirtschaftete Cafeteria“, erklärt Francke. Dort gibt es allerdings keine Süßigkeiten, und auch fettige Pizzen hat das WBG verbannt. Stattdessen stehen hier von Eltern zubereitete Vollkornbrötchen, Fruchtspieße und Joghurt zum Verkauf. „Gut verdaulich, trotzdem gesund“ – so soll das Essen nach Auskunft Franckes in der Cafeteria sein.

Dass dieses Motto von den Schülern angenommen wird, zeigt auch der große Erfolg des installierten Wasserspenders. In den vergangenen 16 Monaten wurden hier insgesamt 15 Kubikmeter Wasser gezapft – das sind umgerechnet 15 000 Liter.

Nach Auskunft von Christoph Hübner, der die Cafeteria als pädagogischer Mitarbeiter betreut, arbeiten pro Jahr etwa 30 Schüler im „Cafte-Team“. Dort werde „den Schülern relativ früh relativ viel Verantwortung gegeben“, so Hübner. Sie sind gemeinsam mit den Eltern und dem angeschlossenen Wirtschaftsbetrieb für die Cafeteria verantwortlich und bekommen so einen ersten Einblick in die Arbeitswelt. Künftig soll hier die Elternbeteiligung weiter ausgebaut werden.

Die gesunde Cafeteria hat aber noch einen zweiten Vorteil: Sie ist eine Alternative zu den nahegelegenen Fast-Food-Restaurants. Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 müssten ihre Mittagspausen ohnehin auf dem Schulgelände verbringen, betont Francke. „Wir sehen, wovon sie sich ernähren.“

Darüber hinaus hat der eingeschränkte „Essenstransfer“ auch zur Folge, dass weniger Müll bei der Schule landet. Durch diese Tatsache und die konsequente Mülltrennung – das zweite Umweltprojekt der Schule – in Papier, Wertstoffe und Restmüll, konnten die Kosten für die Entsorgung im vergangenen Jahr um 6500 Euro reduziert werden – ein angenehmer Nebeneffekt zum Lerngewinn. „Wenn man so einen Batzen geschafft hat, ist das, denke ich, schon was Vorzeigbares“, schätzt Francke. Außerdem beeinflusse die Tatsache, dass weniger Müll produziert werde, auch die Lernumgebung positiv.

Solche Vorhaben lassen sich allerdings nicht von oben durchsetzen, betont Francke. „Da müssen die Eltern und auch die Kinder selbst mitspielen.“ Größtes Problem sei die Passivität vieler Beteiligter. Hier müsse die Schule eine Vorbildfunktion haben.

Was sind „Umweltschulen“?

Das Projekt „Umweltschulen in Europa“ ist eine Ausschreibung der internationalen Stiftung für für Umwelterziehung (FFE), an dem sich weltweit etwa 30.000 Schulen beteiligen. In Deutschland ist die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) Projektträger. Ziel ist die Entwicklung umweltverträglicher Schulen und die Verankerung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in Lehrplan und Schulleben. Dazu müssen die teilnehmenden Schulen ein selbst entwickeltes Konzept zur Umweltverträglichkeit innerhalb von zwei Jahren erfolgreich umsetzen. Weitere Informationen gibt es auf www.umweltschule-niedersachsen.de