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Stadthagen Stadt Gewaltorgie fordert fünf Verletzte
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Gewaltorgie fordert fünf Verletzte
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06:16 19.11.2012
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Stadthagen (ssr). Nach Schilderung von Polizeisprecher Axel Bergmann hatte sich kurz zuvor die Ehefrau des Mannes, eine 27-jährige gebürtige Irakerin, bei der Polizei gemeldet. Diese berichtete, von ihrem Ehemann seit vielen Jahren, und ganz akut am Freitagmorgen, massiv körperlich misshandelt worden zu sein.

Vier Polizeibeamte begleiteten die Frau zu ihrer Wohnung, um den 15 Monate alten Sohn und persönliche Sachen zu holen und beide anschließend in Sicherheit zu bringen. Als die Dinge im Auto verstaut waren und das Baby geholt werden sollte, so der Polizeisprecher, wurden der Ehemann sowie drei seiner Verwandten gewalttätig.

Zunächst beleidigten diese die Ehefrau laut schreiend und gestikulierend. Dann wurde das Opfer getreten und brutal am Kopf geschlagen. Auch die sofort einschreitenden vier Beamten wurden getreten und geschlagen, sie erlitten Prellungen und Schürfwunden. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein und forderten Verstärkung an.

Wenig später waren insgesamt zwölf Polizeibeamte vor Ort. Es gelang, die Lage zu beruhigen und die Frau wegzubringen. Diese befindet sich den Worten des Polizeisprechers nach zusammen mit den drei älteren Kindern des Ehepaars im Alter zwischen drei und sechs Jahren außerhalb des Landkreises in einer sicheren Einrichtung.

Über den Verbleib des Babys hatte Bergmann zufolge anschließend eine zwischenzeitlich herbei geholte Vertreterin des Kreisjugendamtes zu entscheiden. In Verhandlungen mit dem Ehemann, dessen Rechtsanwältin und in Abstimmung mit der Polizei sei ein sogenannter „Schutzplan“ unterzeichnet worden. Demzufolge verbleibt das Baby das Wochenende über beim Vater. Dieser wurde verpflichtet, am kommenden Montagmorgen mit dem Baby beim Jugendamt zu erscheinen.

Diese Entscheidung unter Federführung des Jugendamtes sei „im Sinne der Verhältnismäßigkeit so getroffen worden, um die akute Situation nicht noch weiter eskalieren zu lassen“, so Bergmann. Gegen die Angreifer werden Strafverfahren wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

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