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Stadthagen

Glasfassade und Edelstahl zieren das WC


Die seit langer Zeit geplante öffentliche Toilette soll nach dem Willen des Bauausschusses in die „Tietz-Ecke“ an der Niedernstraße platziert werden. Das haben die Baupolitiker mit der knappen Stimmenmehrheit von SPD und Grünen empfohlen. Dass der Verwaltungsausschuss in Kürze das entscheidende grüne Licht gibt, gilt als sicher.

So sieht das Modell „Citymatic“ aus. pr.

Stadthagen. Laut Beschreibung von Stadtplaner Gerd Hegemann ist das rund 70 000 Euro teure WC „Citymatic“ der Firma Hering 2,80 mal 3,30 Meter groß. Es weist eine zweifarbige Glasfassade auf und ist durch Edelstahlträger gegliedert. Die Anlage ist – was das Klo und den Fußboden angeht – vollautomatisch selbstreinigend. Zusätzlich soll es mindestens einmal täglich von einer Reinigungskraft betreut werden, die beispielsweise das Waschbecken und die Wandflächen säubert. Die Benutzung soll 50 Cent kosten.
Hinter der Anlage wird ein zwei Meter breiter Streifen frei gelassen, um den Zugang zu einer Trafostation zu ermöglichen. Damit dort keine „Schmuddelecke“ entsteht, wird der Streifen mit einem Tor abgesperrt. Vorn soll die Einrichtung etwas über die Tietz-Gebäudekante hinausragen, damit sie vom Marktplatz aus sichtbar ist. Auf den kritischen Brief der Inhaber des benachbarten Mode-Geschäftes „Die Zwei“ eingehend, sagte Bauamtsleiter Manfred Fellmann: „Die Ecke dort, die sich heute alles andere als attraktiv darstellt, wird durch die WC-Anlage deutlich aufgewertet.“
Die CDU hielt an ihrer Ablehnung fest. „Äußerst erschreckend“ fand es Heiko Tadge, dass „jetzt einfach an dem Plan festgehalten wird“. Denn in der Zwischenzeit habe der Besitzer eines 40 Meter weiter nördlich gelegenen kleinen Fachwerkhauses die Bereitschaft signalisiert, dessen Erdgeschoss für den Einbau einer WC-Anlage zur Verfügung zu stellen. Dies müsse zumindest eingehend geprüft werden. Tadge betonte, die Union sei klar für eine öffentliche Toilette in der Innenstadt, aber eben nicht in mobiler Form, sondern fest eingerichtet in einem Gebäude.
Fellmann entgegnete, die Alternative in einem Gebäude würde „ungleich teurer“. Denn über die Baukosten hinaus würden permanente Reinigungskosten in nicht geringem Umfang anfallen. SPD-Sprecher Karsten Becker ergänzte, das WC mache nur richtig Sinn, wenn es vom Marktplatz aus zu sehen und in wenigen Metern zu erreichen sei. Zudem müsse es an einer Stelle „mit viel sozialer Kontrolle“ stehen, um Missbrauch und Verschmutzung zu vermeiden.
Heinz Hansing vom Seniorenrat sagte, der Tietz-Standort sei „ideal“. Ernst Lenk (Grüne) betonte, nun müsse „endlich ein Haken hinter die Sache“, und stimmte mit der SPD (insgesamt fünf Stimmen) gegen die CDU (vier Stimmen) für die Platzierung in der „Tietz-Ecke“. ssr

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