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Stadthagen Stadt Glyphosat wieder eingesetzt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Glyphosat wieder eingesetzt
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00:32 04.07.2015
Ein gyphosathaltiges Pflanzenschutzmittel kommt an der Gubener Straße zum Einsatz. Quelle: rg
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Stadthagen

Der Hund einer Bürgerin hatte nach deren Angaben im Bereich der Gubener Straße an gespritzten Beeten geschnüffelt. Das Tier habe davon Atemnot bekommen – die Verantwortung sieht die Stadthägerin nun bei der Verwaltung.

 Deren Sprecherin Bettina Burger teilt dazu mit: Bereiche im Zuständigkeitsbereich der Stadt wie etwa der Marktplatz, Parkplätze und Bushaltestellen werden in der Verwaltungssprache Nichtkulturland genannt. Auf solchen ist der Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel inzwischen verboten. Unkraut werde dort von Mitarbeitern des Bauhofes gezupft.

 Glyphosat ist Hauptbestandteil vieler Unkrautvernichtungsmittel. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es seit März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Der Naturschutzbund Deutschland fordert eine Aussetzung der Zulassung des Mittels.

 Tatsächlich, so Burger, kommt zum Beispiel in den Pflanzenbeeten an der Gubener Straße ein glyphosathaltiges Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Wie die Stadtsprecherin betont, versprühe eine Drittfirma die Chemikalie, nicht jedoch die Stadt selbst. Zudem habe die Verwaltung das Unternehmen dazu nicht aufgefordert. Vielmehr setze die Firma die Chemikalie auf eigene Verantwortung ein. „Das Unternehmen hat eine entsprechende Ausnahmegenehmigung, die Stadt nicht“, ergänzt Burger.

 Dass indes Hunde auf das Mittel reagieren wie von der Stadthägerin beschrieben, hält der hiesige Tierarzt Detlef Barth für unwahrscheinlich. Zwar empfiehlt er, Tiere von frisch gespritzten Flächen fernzuhalten. „Aber Atemnot als direkte Folge eines Pflanzenschutzmittels habe ich bisher noch nicht erlebt.“

 Das Niedersächsische Ministerium für Verbraucherschutz hat den Einsatz glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel auf Nichtkulturlandflächen am 6. Mai verboten. Unter anderem hat die Rewe Group angekündigt, die Mittel nicht mehr ins Sortiment der Baumarktkette Toom aufzunehmen. Weltweit hat zum Beispiel vor Kurzem der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos bekannt gegeben, im Kampf gegen Kokain-Plantagen künftig auf Glyphosat zu verzichten. jcp

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