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Stadthagen Stadt Grippewelle auf dem Höhepunkt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Grippewelle auf dem Höhepunkt
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13:15 11.03.2018
Viele Schaumburger hat’s erwischt: Die Grippe ist auch in Stadthagen auf dem Vormarsch. Quelle: dpa

„Seit vergangener Woche ist es ein ziemlicher Ansturm in meiner Praxis, von den Wartezeiten her ist es aber noch zu verkraften“, sagt Keller. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Lage ähnlich, wenn auch aktuell etwas geballter. „Typischerweise erreicht die Grippewelle im Februar ihren Höhepunkt und flaut im März wieder ab“, erklärt der Allgemeinmediziner.

In seiner Praxis hatte sich etwa die Hälfte der Patienten vorher schon eine Grippeimpfung geholt, doch selbst auf diese ist nicht hundertprozentig Verlass. Der gängige Dreifachimpfstoff schützt nämlich nicht vor dem Typus B des Influenza-Virus, der laut Landesgesundheitsamt fast 80 Prozent der Erkrankten in Niedersachsen ereilt hat. Schon sechs Todesfälle in diesem Jahr gingen im Bundesland auf das Konto der Influenza.

18 Fälle bestätigt

Das Gesundheitsamt des Landkreises registriert nur die durch Labortest bestätigten Krankheitsfälle. „Die Werte bestätigen den generellen Trend im Landkreis“, erklärt Amtsleiter Jörg Fedderke. „Zahlen für Stadthagen haben wir nicht, aktuell gibt es kreisweit aber 18 bestätigte Grippekranke.“

Da nicht alle Ärzte ihre Diagnosen labortechnisch verifizieren lassen, könnten nach Fedderkes Einschätzung aktuell aber durchaus fünf Prozent der Schaumburger infiziert sein. Effektiven Schutz vor dem Typ-B-Virus biete nur eine Vierfachimpfung, diese würde jetzt aber nicht mehr rechtzeitig wirken.

Nicht die Hand schütteln

Um einer Ansteckung zu entgehen, empfiehlt Keller genug zu trinken: „Durch die Heizungsluft trocknen die Schleimhäute schneller aus und werden somit anfälliger.“ Wer dennoch einen Infekt erwischt hat und von Husten und Schnupfen geplagt wird, solle möglichst in die Armbeuge husten und auf das Händeschütteln zur Begrüßung verzichten.

„Bei einer richtigen Grippe sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Dabei kann es nämlich zu Komplikationen kommen, mit denen Patienten nicht rechnen“, rät der Arzt. Dass eine schwere Grippe in den vergangenen zehn Jahren in Stadthagen tatsächlich tödlich endete, könne Keller aber ausschließen. geb

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