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Große Beteiligung an Flüchtlingsforum

Stadthagen Große Beteiligung an Flüchtlingsforum

Beim Forum „Herz statt Hass“ haben sich rund 60 Bürger über Möglichkeiten ausgetauscht, Flüchtlingen die Integration in Stadthagen zu erleichtern.

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Hajr Jabr (Zweite von links) berichtet den Forumsteilnehmern von ihren Zukunftsplänen.

Quelle: ber

Stadthagen. Moderator Klaus Strempel (Alte Polizei): „Es geht darum, das ehrenamtliche Engagement zu koordinieren und Ideen zu sammeln für Menschen, die helfen möchten.“

Einen Einblick, wie es ist, als Flüchtling in Stadthagen zu leben, vermittelte Hajr Jabr, die vor einem Jahr mit ihrem Sohn aus Syrien geflüchtet ist. Zu ihren Zukunftsplänen sagte die Diplom-Informatikerin: „Ich will noch besser die Sprache lernen, ein Praktikum machen und mir dann eine Arbeit suchen.“ Wichtig sei für sie dabei vor allem, in Kontakt zu den Bürgern zu kommen und viel zu sprechen. „So lernt man die Sprache am besten.“

Elke Dünow erzählte von ihrem Engagement als ehrenamtliche Sprachlehrerin. Gemeinsam mit zwei anderen Frauen unterrichtet sie in der Apo Flüchtlinge, die noch keinen Duldungsstatus haben und deshalb nicht an einem VHS-Kurs teilnehmen dürfen. „Wir müssen sehr stark differenzieren, da wir Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen unterrichten. Das geht vom Analphabeten bis zum Richter.“

Um den Sprachunterricht von Flüchtlingskindern kümmert sich Deutschlehrerin Anja Wischhöfer an der Oberschule im Schlosspark, wo die ersten Sprachlernklassen in Schaumburg eingerichtet wurden. „Flüchtlingskinder sind wie andere Schüler: Sie alle wollen lernen und geben ihr Bestes. Und sie sind freundlich und dankbar. Es ist sehr erfüllend, in diesen Klassen zu arbeiten.“

Wischhöfer regte an, auch für die Eltern Sprachkurse an Schulen anzubieten. Dies sei auch an Kindergärten sinnvoll, meinte Sarah Scheele-Knopf von der Kita Herminenstift. „Dann können die Eltern in unmittelbarer Nähe die Sprache lernen und wissen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind.“

Stephan Hartmann, Flüchtlingskoordinator der Arbeiterwohlfahrt (Awo), wies darauf hin, dass die Stadt Rinteln auf ihrer Internetseite die Möglichkeit geschaffen habe, Hilfe anzubieten. „Die Anfragen der Ehrenamtlichen werden direkt an den zuständigen Sozialarbeiter weitergeleitet. Das wäre auch für Stadthagen sinnvoll.“

Auch im Bereich der Supervision für die Ehrenamtlichen sieht Hartmann Bedarf. „Wenn jemand Zeit und Herzblut in die Betreuung einer Familie investiert hat und diese dann abgeschoben wird, ist es wichtig, dass derjenige aufgefangen wird.“

Angeregt wurde zudem, durch zusätzliche ehrenamtliche Hilfe das Weltcafé im Gemeindehaus Maria-Anna-Stift häufiger als einmal im Monat anzubieten. „Solche Treffpunkte sind ideal als erste Anlaufstellen, um mit Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen“, betonte Hartmann. Ideal sei ein wöchentlicher Turnus.

Gunter Feuerbach, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und Mitglied des Verwaltungsrates des Jobcenters, versprach, dass sich der Jobcenter der Aufgabe stellen werde, Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. An die Bürger appellierte Feuerbach: „Jetzt kommt es auf Sie an, Kontakt zu suchen und dabei zu helfen, diese Menschen hier heimisch werden zu lassen. Und wenn Sie einfach einen Waldspaziergang machen.“ ber

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