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Grüngeckos fliegen zurück nach Neuseeland

Exoten von Stadthäger 2013 eingeschmuggelt Grüngeckos fliegen zurück nach Neuseeland

Zwei extrem seltene Grüngeckos aus Neuseeland sind weit gereist nach Stadthagen, nun haben sie es wieder getan. Für die Reptilien geht es zurück nach Neuseeland.

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Das Gecko-Pärchen tritt den Heimflug nach Neuseeland an.

Quelle: pr.

Stadthagen. Fänger hatten die streng geschützten Tiere in Neuseeland geraubt und außer Landes geschmuggelt. Die Geckos landeten bei einem Stadthäger, bis Dezember 2013 die Naturschutzbehörden auf ihn stießen.

Dem Mann war seine Liebe zu exotischen Tieren und Geldnot zum Verhängnis geworden: Der damals 45-Jährige wollte das Gecko-Pärchen im Internet verkaufen, dabei flog der Schmuggel mit den geschützten Tieren auf. Die alarmierte Polizei wollte die Reptilien in der Kreisstadt sicherstellen. Doch da war das tierische Pärchen schon in einem anderen Bundesland. Der Stadthäger hatte die Geckos zum Überwintern zu einem Kumpel nach Mönchengladbach gebracht. Gegenüber der Polizei sagte der Stadthäger, dass sich sein Freund besser mit exotischen Tieren auskenne. Die Schmuck-Grüngeckos wurden dann von der Polizei dort beschlagnahmt und kamen in staatliche Obhut nach Köln.

Am Donnerstag dann trat das Pärchen seine Heimreise nach Neuseeland an. Das teilte der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Niedersachsen (NLWKN) mit. „Sie fliegen quasi Linie“, sagte ein Behördensprecher auf Anfrage der SN. Allerdings nicht im Frachtraum, in dem die Koffer der Passagiere untergebracht sind, sondern in einem speziellen Tierraum. Dieser zeichne sich dadurch aus, dass unter anderem die Temperatur und Belüftung dem jeweiligen tierischen Gast angepasst werden kann. Geckos aus Neuseeland mögen es eben wärmer als ein Deutscher Schäferhund. Die Kosten für den Rückflug tragen übrigens die neuseeländischen Kollegen.

„Die Besonderheit bei diesem Grüngecko-Fall bestand darin, dass zumindest eines der beiden Tiere von neuseeländischen Wissenschaftlern in freier Natur fotografisch dokumentiert worden war. Das hier angebotene Tier konnte dank der neuseeländischen Datenbank zweifelsfrei identifiziert werden“, sagt Wolfgang Borgmeyer vom NLWKN, der sich an einen ähnlichen Fall in seiner 33-jährigen Laufbahn nicht erinnern kann. Zuletzt wurde das Tier in freier Natur in Neuseeland im Herbst 2009 gesehen.

Grüngeckos kommen ausschließlich in Neuseeland vor und sind extrem ortstreu. Sie bringen pro Jahr nur ein bis zwei Junge zur Welt und werden bis zu 30 Jahre alt. „Der Bestand an Grüngeckos ist in den vergangenen Jahren um 95 Prozent eingebrochen“, weiß Borgmeyer zu berichten. Wilddiebe und Schmuggler machen den Tieren das Leben in ihrer Heimat schwer, der Preis für ein Paar liegt mittlerweile bei 7000 Euro.

Grüngeckos sind bereits seit 1953 in Neuseeland streng geschützt. Seit 2003 unterliegt die Art dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), deshalb gelten strengste internationale Schutzbestimmungen.

Der Kölner Zoo hatte für die Geckos derweil kräftig umgebaut und den konfiszierten Reptilien ein neues Zuhause geschaffen – angefangen vom Überwinterungsterrarium über die Aufwachanlage bis zur speziell gesicherten Freilandanlage für die warmen Frühlings- und Sommertage. „Es wurde sogar ein spezielles Pflegerteam gebildet, das sich um die permanente Versorgung der wertvollen Pfleglinge gekümmert hat“, betont Thomas Ziegler vom Kölner Zoo.  

Das Verfahren gegen den 45-jährigen Stadthäger wurde mittlerweile eingestellt. Er habe sich sehr kooperativ bei den Ermittlungsarbeiten gezeigt, sagt Martin Appelbaum, Leitender Oberstaatsanwalt in Bückeburg, auf Anfrage. Der Stadthäger musste 200 Euro an die Wildtierstation in Sachsenhagen zahlen. vin

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Stadthagen / Schmuggel
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