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Stadthagen Stadt Grünpflege: Stadt sieht rot
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Grünpflege: Stadt sieht rot
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00:17 02.09.2016
An der Sitzecke am Jägerhof sprießt das Unkraut zwischen den Steinen. Quelle: Archiv
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Stadthagen

Es gebe Defizite, räumt die Stadt schriftlich ein. Und das, obwohl bereits jetzt „Bürger, Gewerbebetriebe und Schulen tatkräftig zu einem schöneren Stadtbild beitragen“. Unkraut sprieße und beeinträchtige das Stadtbild. Das Verbot der Chemiekeule Glyphosat sowie „der extrem wechselhafte, feuchte Sommer“ stellten zusätzliche Herausforderungen dar. „Neue Wege“ wolle man nun bei der Unkrautbeseitigung gehen.

Immenser Aufwand

Baubetriebshofleiter Christian Schütz erklärt: Für die Glyphosat-Alternative Finilsan hätte das Landwirtschaftsministerium eine Genehmigung zur einmaligen Nutzung im Jahr erteilt. Zu wenig – in Zukunft wird die 36 Mann starke Mannschaft des Betriebshofs mehr Hand anlegen müssen. Schütz spricht von einem „immensen Organisationsaufwand“.

Politik und Verwaltung müssten beraten und entscheiden, in welcher Reihenfolge gepflegt werden soll. „Ratsam wäre es wohl, stark frequentierte Flächen wie den Schlosspark vorzuziehen“, sagt Schütz.

Wildkrautbrenner angeschafft

Für die neue Grünpflege-Ära hat die Stadt einen rund 2500 Euro teuren Infrarot-Wildkrautbrenner angeschafft. Der erhitzt die Pflanze auf 70 Grad. Die Temperatur lässt ihr Eiweiß gerinnen. Die Zellen platzen und die Pflanze verwelkt. Der Baubetriebshof kann dann die Überreste zusammenfegen.

Die Haushaltsmittel sehen die Anschaffung eines weiteren Gerätes vor. Zunächst will die Verwaltung das vorhandene aber ausgiebig testen. „Weitere Maßnahmen werden geprüft“, heißt es. Eine davon steht bereits fest: Die Stadt will die Bürger mit einbeziehen. Wie schon bei den Themen Freibad, Ahornallee am Georgschacht und zuletzt – wie angekündigt – Schlossgarten, soll es nun noch eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Grünpflege geben. Der Zeitpunkt dafür werde noch bekannt gegeben. jcp

 

Kommentar

Bis alles zuwuchert

Während das Unkraut weiter sprießt und die Parkplätze unter anderem am Hundemarkt zuwuchern, bekämpft die Stadt die Probleme offenbar vom Schreibtisch aus. Anstatt Bauhofmitarbeiter die Heckenschere zücken und die Grünplage kurzerhand zurückschneiden zu lassen, werden erst noch die Bürger befragt. Transparenz und Beteiligung sind gute Instrumente – wenn sie denn Sinn machen. Im Falle des Stadthäger Grünschnitts wäre ein rasches Handeln eher angebracht. Denn so wird die Verwaltung der (Grünan)-Lage definitiv nicht Herr. vin

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