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Gymnasien droht Lehrermangel

Urteil gegen Mehrarbeit Gymnasien droht Lehrermangel

Das Gerichtsurteil über den Stopp der Mehrarbeit für die Lehrer an niedersächsischen Gymnasien stößt bei den Stadthäger Schulleitern auf ein verhalten optimistisches Echo.

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Stadthagen. „Das Urteil kam für mich überraschend. Es ist aber noch nicht rechtskräftig. Wir müssen sehen, ob das Urteil Bestand haben wird“, sagt Holger Wirtz, Leiter des Wilhelm-Busch-Gymnasiums (WBG).

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich gestern auch die kommissarische Schulleiterin des Ratsgymnasiums Stadthagen (RGS), Angelika Hasemann: „Für eine letztendliche Beurteilung ist es zu früh, weil das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Man muss erst einmal abwarten, welche Folgen sich daraus für die einzelnen Schulen ergeben.“

Offen von „Freude“ spricht dagegen Friedrich Lenz von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), der im Kreisverband als Vorsitzender die Belange der Schaumburger Gymnasialkräfte vertritt. „Ich war skeptisch, ob der Klage stattgegeben wird. Umso erfreuter bin ich, dass das Gericht endlich klargestellt hat, dass der Dienstherr nicht willkürlich am Hebel der Arbeitszeit spielen kann, um seine politischen Ziele zu finanzieren.“

Das Urteil ist nach Ansicht von Lenz eine „schallende Ohrfeige für die Landesregierung, die auch in Person von Herrn Becker (Karsten, bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Anm. d. Red.) bei Veranstaltungen in Schaumburg die Mehrarbeit als alternativlos und im Einklang mit den Gesetzen bezeichnet hat“. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts, dass die Kultusministerin ihre Fürsorgepflicht verletzt habe, sei der „schwerwiegendste Vorwurf, den man einem Dienstherren machen kann“.

Die Landesregierung sei nun gut beraten, eine Kehrtwende einzuleiten, die Mehrarbeit zum neuen Schuljahr zurückzunehmen und den Gymnasiallehrern ihre bereits geleistete Mehrarbeit mit einer Stundenreduzierung im kommenden Schuljahr zurückzuerstatten, so Lenz.

Wie groß der Mehrbedarf an Lehrkräften ab dem kommenden Schuljahr am WBG und RGS ausfällt, können weder Wirtz noch Hasemann zu diesem Zeitpunkt sagen.

Lenz schätzt die unmittelbare Umsetzbarkeit zum neuen Schuljahr als „heikel“ ein. „Es sind nur noch sieben Wochen bis zu den Sommerferien. Die Stellen müssten sofort ausgeschrieben werden. Dann stellt sich aber immer noch die Frage, ob genügend Lehrkräfte in so kurzer Zeit gefunden werden.“

Wirtz erklärt, dass das WBG zunächst nicht mit zusätzlichen Lehrerstellen plane. Auch Hasemann will nach eigenen Angaben die Anweisung aus Hannover abwarten. „Es wird die Aufgabe der Landesschulbehörde sein, uns Ausführungsbestimmungen zukommen zu lassen, wie wir den nötigen Personalbedarf decken sollen.“

Auch für GEW-Chef Lenz ist klar, wer nun am Zuge ist: „Da kann die Kultusministerin ihre Klasse zeigen. Ich bin gespannt, wie sie diese Herausforderung meistern wird.“ ber

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