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Haft für Missbrauch einer Fünfjährigen

Geständnis Haft für Missbrauch einer Fünfjährigen

Heute tut es ihm leid. „Ich habe die Grenze überschritten und mich verleiten lassen“, sagt ein Stadthäger über seine Taten. „Das ist nicht in Ordnung. Ich habe sie berührt, wo ich nicht hätte hinfassen dürfen.“ Gemeint ist ein damals fünf Jahre altes Mädchen, das Opfer.

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Stadthagen/Bückeburg. Die Reue kommt zu spät: Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern hat die 1. Große Jugendkammer am Bückeburger Landgericht den Angeklagten gestern zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Dreimal hatte der 47-Jährige das Mädchen, das mit seiner Mutter im selben Haus wohnte, im Intimbereich befummelt. Zum Teil tat er dies über der Kleidung, teilweise auch darunter. Einmal saß die Mutter in unmittelbarer Nähe an einem Lagerfeuer.
Vielleicht brauchte der Täter diesen „Kick“. Vielleicht fühlte er sich auch sicher, weil er dem Kind eingeimpft hatte, das gemeinsame „Geheimnis“ nicht zu verraten, weil es sonst „Ärger“ gebe – Ärger mit ihm.
Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der Kammer, erkennt darin „gesteigerte kriminelle Energie“. Das Kind saß jeweils auf dem Schoß des Mannes.
In das Urteil eingeflossen ist eine vorausgegangene Entscheidung des Amtsgerichts Stadthagen, das den Handwerker im vergangenen Sommer zu einer elfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt hatte, nachdem auf seinem Rechner rund 16 000 Dateien mit Kinderpornos gefunden worden waren.
Mittlerweile gibt der Stadthäger zu, pädophile Neigungen zu haben, sich sexuell zu Kindern hingezogen zu fühlen. Mit einer Therapie, der Bewährungsauflage aus dem früheren Urteil, hat er begonnen. „Ich möchte, dass so etwas nicht wieder passiert“, sagt er zum Missbrauch der Fünfjährigen.
Zunächst hatte der 47-Jährige versucht, die Taten zu leugnen, bevor ein erfahrener Vernehmungsbeamter ihm „klare Ansagen“ (Kütemeyer) machte und dazu riet, die sexuellen Übergriffe einzuräumen, vermutlich angesichts der Beweislage. Außerdem blieb dem Kind dadurch eine womöglich belastende Aussage erspart.
Vor Gericht blieb es bei dem Geständnis, für das sogar Opferanwalt Dietmar Weyland lobende Worte fand. Auch auf unangenehme Fragen, so Weyland, habe der Angeklagte bereitwillig Auskunft gegeben. Dennoch: „Das Mädchen trägt eine Last, die wir nur erahnen können.“ Wie die Mutter im Prozess berichtete, ist ihre Tochter ängstlich gegenüber Männern geworden und hat Probleme mit dem Sprechen.
„Der Angeklagte“, so Staatsanwalt André Lüth, „hat das Vertrauen des Mädchens extrem ausgenutzt.“ Gegen den Angeklagten sprach daher unter anderem, dass es keine spontanen Taten gewesen seien, sondern der 47-Jährige „in Kenntnis seiner pädophilen Neigungen ein Verhältnis zum Mädchen und der Mutter aufgebaut“ habe, wie Richter Kütemeyer erklärte.
Wie es dazu kommen konnte, hat sich der Handwerker auch schon oft gefragt. „Durch die körperliche Nähe hat es bei mir Klick gemacht und mein Gehirn ausgeschaltet“, bemüht er sich um eine Erklärung. So oder so: „Das ist unverzeihlich.“
Verteidiger Thorsten Bittner hatte eine Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren beantragt. Diese könnte zur Bewährung ausgesetzt werden. Gegen das Urteil ist noch Revision möglich.

ly

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