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Haft nach Überfall im Schlossgarten

Zwei Jahre und sechs Monate Haft nach Überfall im Schlossgarten

Nach einem nächtlichen Raubüberfall im Schlossgarten hat das Schöffengericht in Stadthagen einen der beiden Täter zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Freigesprochen wurde der 27-Jährige allerdings vom Vorwurf, ein Kilogramm Marihuana sowie und eine unbekannte Menge Amphetamin gekauft zu haben.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

STADTHAGEN. Zu den Vorwürfen hatte der Angeklagte bis zuletzt geschwiegen. Das ist sein gutes Recht. „Mildernd hätte man jedoch berücksichtigen können, wenn er sich zu der Tat geäußert und den Namen seines Mittäters genannt hätte“, so Richter Kai Oliver Stumpe. Das Gericht hält ihn für überführt.

So hatte das Opfer, ein 45 Jahre alter Eisenflechter aus Osnabrück mit prall gefülltem Portemonnaie, den Stadthäger nicht nur im Gerichtssaal als Täter identifiziert, sondern zuvor auch auf Fotos bei der Polizei. „Das Gesicht vergesse ich niemals“, sagte er zum Prozessauftakt. In der polizeilichen Vernehmung hatte der 45-Jährige beim Betrachten des Fotos zu zittern angefangen. Richter Stumpe findet diese „emotionale Reaktion sehr eindrucksvoll“.

Niedergeschlagen und getreten

In der Tatnacht war der Osnabrücker niedergeschlagen und noch getreten worden, als er bereits am Boden lag. Trotzdem gelang es ihm, seine Brieftasche, die in einer Gesäßtasche steckte, gegen die Angreifer zu verteidigen. Aus juristischer Sicht ist der Raub deshalb im Stadium des Versuches steckengeblieben. Hinzu kommt gefährliche Körperverletzung.

Gegen den Angeklagten sprachen das brutale Vorgehen und dessen Vorstrafen. Zur Tatzeit stand der 27-Jährige unter Bewährung, nachdem er von einem anderen Gericht wegen Drogengeschäften zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Insgesamt umfasst das Vorstrafenregister des Stadthägers acht Einträge, darunter auch Gewaltdelikte.

„Er war es 100-prozentig nicht“

Eine Zeugin, die am Tatabend mit dem Opfer unterwegs war, hatte versucht, den Angeklagten mit ihrer Aussage zu entlasten. „Er war es 100-prozentig nicht“, versicherte sie. Richter Stumpe ist überzeugt, dass die Frau gelogen hat. Obwohl sie den 27-Jährigen „nur vom Sehen“ kennen will, erklärte die Zeugin, dass sie die Stimme des Stadthägers im Schlossgarten wiedererkannt hätte. Der überfallene Eisenflechter geht davon aus, dass die Frau ihn in die Falle gelockt hat.

Fest steht, dass an jenem Abend vom Mobiltelefon der Frau ein Handy angerufen wurde, das auf den Namen der Schwägerin eines Mannes angemeldet war, den der Angeklagte kennt. Dies könnte der zweite Täter sein. Recherchen der Polizei haben außerdem ergeben, dass das Handy des Angeklagten in derselben Funkzelle eingeloggt war. Das Gericht sieht darin „ein weiteres Indiz“.

Weil die Tat bereits mehrere Jahre zurückliegt, gelten vier Monate von den zweieinhalb Jahren bereits als vollstreckt. Gegen das Urteil ist noch Berufung möglich. Verteidiger Ralf Jordan hatte „berechtigte Zweifel“ gesehen und auf Freispruch plädiert. Mit seiner Entscheidung folgte das Gericht jedoch dem Antrag von Staatsanwalt André Lüth.

Für den Vorwurf, dass der Stadthäger ein Kilo Marihuana gekauft haben soll, gab es nur einen Belastungszeugen. Und der wollte von seiner früheren Aussage vor Gericht plötzlich nichts mehr wissen.  ly

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