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Haftstrafen für Vater und Sohn aus Stadthagen

Zweimal auf Vermieterin losgegangen Haftstrafen für Vater und Sohn aus Stadthagen

Donnernd haut der ältere Angeklagte mit der Faust auf den Tisch. „Sie möchten mich verurteilen wegen meiner Rasse, Herkunft und Religion“, wirft der recht temperamentvolle Mann dem Richter Kai Oliver Stumpe im Schlusswort vor. Der Sohn (25) des 60-Jährigen fühlt sich ebenfalls „unfair behandelt“.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Beweise, die seine Unschuld unterstreichen, würden nicht gewürdigt, kritisiert der Junior. Verurteilen wird Stumpe die Männer – aber nur, weil er nach der zweitägigen Beweisaufnahme von deren Schuld überzeugt ist. Wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen verhängt er gegen Vater und Sohn jeweils Freiheitsstrafen von 14 Monaten – ohne Bewährung.

„Ich habe niemanden geschlagen, mein Vater hat niemanden geschlagen“, hatte der Sohn am Ende des Prozesses erklärt. Das sieht das Gericht anders. Im Streit um vierstellige Mietschulden sind die Stadthäger zweimal auf die Vermieterin losgegangen, eine 34-jährige Frau aus Wunstorf. Schläge musste jeweils deren Freund (35) einstecken. Stumpe ist „felsenfest überzeugt, dass es genauso passiert ist“, wie die Opfer die Angriffe beschrieben haben. Die Angaben seien glaubhaft. „Letzte Zweifel, die das Gericht möglicherweise noch hatte, haben die Angeklagten durch ihr Auftreten beseitigt“, so der Vorsitzende. Der Vater habe „massive aggressive Tendenzen“ gezeigt.

Im Oktober 2013 war die Vermieterin froh. Bei einem Besuch im eigenen Haus hatte sie 400 Euro bekommen – eine Teilzahlung, aber immerhin. Dann jedoch folgten die Männer ihr und ihrem Freund bis auf die Straße. Der Freund, durch einen Verband am Arm gehandicapt, wurde in eine Hecke gedrückt und bekam vom Senior einen Schlag gegen die Schläfe (wir berichteten).
Ende Februar 2014 kam es dann zu einer Auseinandersetzung im Treppenhaus des Stadthäger Gebäudes, wo der Freund von jedem Mann mindestens einen Schlag einstecken musste. Die Frau griff daraufhin zu einer Dose Reizgas, um sich und ihren Lebensgefährten zu verteidigen.

Im Prozess war Bewährung kein Thema. Während der Verhandlung, so Richter Stumpe, hätten sich die Angeklagten äußerst uneinsichtig gezeigt, kein Wort des Bedauerns geäußert und stattdessen Hasstiraden abgelassen. Außerdem seien weitere Taten zu erwarten. „Beide sind vorbestrafte Betrüger.“ Der Vater ist außerdem wegen Bedrohung, versuchter Nötigung und Beleidigung vorbestraft. Für Bewährung ist zudem eine günstige Sozialprognose nötig. Die Stadthäger sind zwar selbstständig tätig, für seriös hält Stumpe das Geschäft jedoch nicht.

Ursprünglich umfasste die Anklage auch Unterschlagung sowie einer Reihe von Betrügereien. Diese Verfahren hatte Stumpe jedoch mit Zustimmung von Staatsanwältin Karin Dubben eingestellt, weil eine Verurteilung angesichts der zweifachen gefährlichen Körperverletzung kaum weiter ins Gewicht gefallen wäre.

Gegen das Urteil ist noch Berufung möglich. Dass Vater und Sohn die Entscheidung anfechten werden, anstatt freiwillig ins Gefängnis zu gehen, gilt als sicher. Staatsanwältin Dubben hatte für beide Männer Bewährungsstrafen beantragt.  ly

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