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Hakenkreuze bleiben

Schmierereien nur schwer zu beseitigen Hakenkreuze bleiben

Wer auch immer den Landsberg’schen Hof und die Schlossgartenmauer mit rechten Parolen und anderem Geschmiere verunziert hat: Er hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Die Schmierereien treten im Innenstadtbereich gehäuft auf. Sie immer wieder vollständig abzutragen, könnte die betroffenen Flächen auf Dauer zerstören.

Quelle: RG

Stadthagen. Hakenkreuze & Co. prangen blass, aber weiterhin gut sichtbar auf dem Sandstein. Das Problem: Bei der Häufigkeit der Attacken würde ein aggressives Reinigungsverfahren das historische Gestein arg in Mitleidenschaft ziehen.

 Welche Techniken bei der Entfernung zum Einsatz kommen, ist abhängig von Untergrund und Farbe, erklärt die Stadthäger Pressesprecherin Bettina Burger. Da fangen die Schwierigkeiten an. Der Untergrund nämlich, sagt Burger, ist normalerweise leicht zu bestimmen. „Die verwendete Farbe kann aber meistens nicht identifiziert werden.“

 Bei porösen Oberflächen, also solchen, die zum Teil mit feinen Kanälen durchsetzt sind, gelinge eine vollständige Farbentfernung mit Abbeizmittel und Hochdruckreiniger nur selten. Grund: Die Poren erlauben es der Farbe, tief in das Material – in diesem Fall Sandstein – einzudringen.

 „Deshalb sind an den Mauern auch noch Reste der Graffiti-Schmierereien erkennbar“, sagt Burger. Zur wirklich spurlosen Beseitigung der Farbe müssten scharfe Mittel zum Schleifen oder auch Strahlen eingesetzt werden.

 Für den Stein wären das rabiate Methoden. Sie würden die Farbpigmente vollständig abtragen. Ermöglichen allerdings würde diesen Erfolg, dass die oberste Schicht des Untergrundes gleich mit abgefräst wird.

 Schlügen die Schmierfinken erneut zu, würde die nächste Schicht abgetragen. Und dann die nächste. Und so weiter. Burger: „In Anbetracht der sich häufenden Graffiti würde der Verschleiß auf Dauer eine nachhaltige Schädigung der betroffenen Sandsteine bewirken.“ Die Stadt lässt deshalb die scharfe Munition erst mal stecken – und nimmt den Verbleib von Farbresten in Kauf.

 Wie empfindlich zum Beispiel die Schlossgartenmauer ist, zeigen derzeit deren Fugen. Ein Hochdruckreinigungsgerät hat das teilweise bereits zuvor bröckelige Füllmaterial rausgesprengt. „Leider lässt es sich nicht vermeiden, dass Fugen, die bereits lose sind, aus dem Mauerwerk herausbrechen“, sagt Burger.

 Aber: Die Standfestigkeit der Mauer sei nicht beeinträchtigt. Auch aus dem Finanzamt heißt es, die Schäden seien „nicht der Rede wert“. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wird Bürgermeister Oliver Theiß in Kürze das Gespräch mit Finanzamts-Vorsteher Jörg Hopfe suchen. Eigentümer der Schlossgartenmauer ist das Land Niedersachsen.

 Dreimal haben in den vergangenen Wochen Schmierfinken im Innenstadtbereich zugeschlagen. Die ersten beiden Male hinterließen sie rechtsextreme Symbole und Parolen am Landsberg’schen Hof, an der Schlossgartenmauer, am Pulverturm und am Stadtgartencafé.

 Beim dritten Mal hatten sich Täter über Mahnmale für Weltkriegsopfer auf dem Ostwall hergemacht. Auf diesen prangten allerdings scheinbar inhaltslose Nonsens-Symbole, weshalb die Polizei keinen Zusammenhang mit den vorherigen Taten vermutet. jcp

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