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Stadthagen Stadt „Handbremse lösen“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Handbremse lösen“
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22:05 22.03.2012
Stadthagen (ssr)

Beispielsweise bei einem Treffen mit dem Rat der Stadt ist Manzke nach eigenen Worten verstärkt die Frage entgegengeschlagen: „Wieso ist die Kirchengemeinde nicht stärker öffentlich präsent? Traut euch doch ruhig, euch mehr einzumischen.“ Auch bei seinen zahlreichen Gesprächen mit Vereinen, Verbänden, Stadtmarketing und Firmen in der Kreisstadt habe er „viel grundsätzlich freundliches Wohlwollen und Neugier gegenüber der Kirche festgestellt und die Erwartung nach mehr Präsenz.“.

 Er empfinde das alles regelrecht wie eine Einladung, so der Landesbischof, dass es für St. Martini an diesem Punkt gelte, „eine Handbremse zu lösen“. Es sei ratsam und lohnend, gesellschaftliche Verbindungen „generell intensiver zu pflegen – ganz im Sinne einer Volkskirche“. Er empfahl, „die Sorge aufzugeben, man könne als Kirche oder als Christ dann nicht genug erkennbar sein“.

 Der Landesbischof nannte dafür konkrete Beispiele: „Wieso nicht bei einem Stadtfest einen Gottesdienst anbieten?“ Auch beispielsweise beim 2013 anstehenden bundesweiten Jugendfeuerwehrtreffen in Stadthagen sei ein sehr frühzeitiges Einschalten der Kirchengemeinde naheliegend.

 Diesen grundlegenden Rat gab der Bischof vor dem Hintergrund seiner wichtigsten Erkenntnis der Visitation. Die Martini-Gemeinde verfüge über enorme Stärken und Potenziale, betonte Manzke. Gerade das lege es doch nahe, diese stärker in der Stadt sichtbar und wirksam werden zu lassen. Die Stärken gälten speziell „für die beeindruckende Vielfalt ehrenamtlicher Mitarbeiter“. Allein 160 Personen seien regelmäßig ehrenamtlich in Gemeindegruppen leitend tätig. Dazu komme eine noch größere Zahl punktuell Engagierter. „Das ist ein sehr großer Reichtum von St. Martini, der diese Gemeinde auszeichnet.“ Dies gelte in besonders hervorzuhebender Weise in den Bereichen Musik und Kultur.

 Zufrieden zeigte sich Manzke auch vom ökumenischen Alltag mit der katholischen St.-Joseph-Gemeinde. „Hier ist ein Miteinander längst völlig selbstverständlich.“