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Hat eine Schildkröte zugeschnappt?

Hund verletzt Hat eine Schildkröte zugeschnappt?

Unauffällig ist er, der winzige See neben der Kreissporthalle. Eher ein Teich, ein Tümpel fast. Kinder werden dort manchmal beim Spielen gesehen. Jetzt gibt es einen schlimmen Verdacht: Lauert unter der stillen Oberfläche eine bissige Alligatorschildkröte?

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Julia Wahlmann und Hündin Emma sehen den Teich nach dem mutmaßlichen Angriff mit anderen Augen.

Quelle: rg

Stadthagen. Julia Wahlmann aus Stadthagen war jüngst mit ihren beiden Hunden an einem heißen Sommertag spazieren. Auf der Suche nach Abkühlung nach Abkühlung stürzte sich Jack-Russel-Terrier Emma den Teich neben der Kreissporthalle an der Schachtstraße.

Zunächst planschte Emma unbeschwert. „Aber plötzlich jaulte sie auf und biss nach etwas hinter sich“, erinnert sich Wahlmann. Als Emma aus dem Wasser kam, habe Wahlmann die Hündin auf Verletzungen untersucht – zunächst, ohne fündig zu werden.

Oberschenkel voller Blut

Zu Hause dann der Schock: Der Oberschenkel des Hundes war voller Blut. „Es floss aus einer Wunde an ihrer Rute“, erinnert sich Wahlmann. Die Bisswunde sei so groß wie ein zwei Euro-Stück gewesen.

Die Form des Bisses ließ Wahlmann stutzen: Die VBerletzung hatte die Form eines Dreiecks. Wahlmann schlussfolgerte, beim Beißer könne sich nicht um einen Fisch oder eine Ratte handeln.

Der gebürtigen Bayerin schoss ein Fall aus ihrem Heimat-Bundesland durch den Kopf. 2013 hat die mutmaßliche Schnappschildkröte „Lotti“ die die Bewohner von Irsee einen Sommer lang in Angst und Schrecken versetzt.

Tier könnte ausgesetzt worden sein

Lauert solch eine Alligatorschildkröte etwa im unscheinbaren Tümpel neben der Kreissporthalle? „Es würde jedenfalls die Form des Bisses erklären“, sagt Wahlmann.
Das eigentlich in Nordamerika beheimatete Tier könnte von jemandem ausgesetzt worden sein. Im Schlamm des Teiches oder auch im Schilf könne es sich gut verstecken, befürchtet Wahlmann.

Die Hundebesitzerin will „Etwas“ im Wasser gesehen haben. „Es ragte etwa zehn Zentimeter hoch aus dem Wasser hervor.“ Wahlmann dachte zunächst an eine Tüte. Jetzt ist sie nicht mehr sicher. „Die Sonne hat auf dem Wasser so geblendet.“

Die SN haben den Experten gefragt. Thomas Brandes bezweifelt die Schnappschildkrötentheorie. Der Stationsleiter der Sachsenhäger Wildtierstation gibt zu bedenken. „Selbst wenn in dem Teich so ein Tier wäre, hätte es den Hund wohl eher nicht gebissen.“

Schildkröten schwimmen selten

Wie der Veterinär erklärt, schwimmen die Schildkröten selten frei im Wasser und krabbeln eher über den Boden des Sees. „Sie halten sich mehr am Rand der Gewässer auf, von wo aus sie dann auch an die Wasseroberfläche kommen, um Luft zu holen.“

Die Tiere seien eher passiv. „Sie greifen eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen und nicht flüchten können.“ Auslöser eines Bisses könnte beispielsweise gewesen sein, dass Emma auf die Schildkrötete draufgetreten ist. vr

Chelydra serpentina

Die Schnappschildkröte, auch amerikanische Schnappschildkröte genannt, gehört zur Familie der Alligatorschildkröten. Sie leben hauptsächlich in Nordamerika und können eine Rückenpanzerlänge von rund 50 Zentimetern erlangen.

Die Färbung variiert in Braun- und Grautönen. Die Schnappschildkröte lebt bevorzugt in flachen und stehenden Gewässern. Die Lebensräume haben meist einen dichten Pflanzenbewuchs und weichen Boden, in dem sich die Tiere verstecken.

Obwohl es seit 1999 in Deutschland ein allgemeines Handels-, Neubesitz- und Nachzuchtverbot für die Tiere gibt, findet man die Schildkröten immer wieder in privater Haltung. Häufig sind die Besitzer überfordert und setzen diese aus. Laut Florian Brandes können Schnappschildkröten in deutschen Witterungsverhältnissen durchaus überleben.

Mythos „Lotti“

Vor drei Jahren berichteten Allgäuer Medien über „Lotti“. Zuvor war die Achillessehne eines achtjährigen Jungen beim Baden im Oggenrieder Weiher durchtrennt worden. Experten mutmaßten damals, eine Alligatorschildkröte könnte de Jungen angegriffen haben.

Angst verbreitete sich in Irsee, die Verwaltung sprach ein Badeverbot aus. Schließlich pumpte die Feuerwehr den See aus – nichts. Ein Beweis für „Lottis“ Existenz wurde nie gefunden.

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