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Haus in der Altstadt wird abgerissen

Rats-Politiker baut in der Engen Straße neu Haus in der Altstadt wird abgerissen

Der Abriss historischer Gebäude in der Altstadt – immer ein heißes Eisen. Erst recht, wenn ein Kommunalpolitiker involviert ist. In dem Fall ist es Lothar Biege (FDP), der das hundert Jahre alte Haus an der Engen Straße abreißen und dort neu bauen will. Die Stadtverwaltung sieht in diesem Fall aber keine Probleme, wie Bauamtschef Gerd Hegemann gegenüber den SN sagt.

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Quelle: rg

Stadthagen (vin,ber). Nach dem zuletzt 2011 überarbeiteten Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz gilt ein Gebäude als Baudenkmal, wenn an dessen Erhaltung wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht.
Auch wenn die Verwaltung das Gebäude mit der Hausnummer 12 gerne erhalten hätte, „weil es ein Zeugnis der Stadtgeschichte darstellt“, wie Hegemann erläutert, sei es nicht denkmalgeschützt.
Anders als bei den sogenannten Kreft-Häusern an der Klosterstraße aus. Wie berichtet, gibt es im Zusammenhang mit den beiden historischen Gebäuden und dem Wunsch nach dem Abriss einen Streit zwischen den Inhabern, der Familie Kreft, und der Stadtverwaltung. „Wer man sehenden Auges ein denkmalgeschütztes Haus erwirbt, kann man nicht hinterher sagen, dass eine Sanierung unwirtschaftlich ist“, macht Hegemann deutlich.
Anders sei das im Fall der Biege-Immobilie. Immerhin sei es das Haus bereits lange in Familienbesitz, vor gut hundert Jahren vom Großvater Lothar Bieges errichtet.
„Der Plan, unser Wohnhaus in Obernwöhren aufzugeben und in die Innenstadt zu ziehen, besteht schon seit drei Jahren“, erläutert der Ratsherr. Für ihn habe schnell festgestanden, dass nur ein Neubau als Wohnsitz infrage komme. Das nach der Jahrhundertwende errichtete Gebäude diente nach seinen Angaben ursprünglich einem Mischzweck. „Dort haben sogenannte Ackerbürger gewohnt, die Felder außerhalb der Stadt hatten. Im Erdgeschoss und im Innenhof waren landwirtschaftliche Geräte und Ställe untergebracht. Daher ist die Raumaufteilung aus heutiger Sicht unvorteilhaft.“
Biege „findet es richtig, dass Leben in die Innenstadt gebracht wird. Es macht keinen Sinn, um jeden Preis alte Gebäude zu erhalten.“ Bis zum jetzt begonnenen Abriss sei es ein langer Weg gewesen. „Wir haben sehr viele Gespräche mit dem Bauamt geführt und sind dabei einige Kompromisse eingegangen“, sagt Biege.
Als Vorgriff auf die geplante Gestaltungssatzung für die Innenstadt habe die Verwaltung ihn beispielsweise gebeten, bestimmte optische Vorgaben zu erfüllen. „Eigentlich hatten wir ein steileres Dach geplant, um im Obergeschoss mehr Wohnraum zu haben. Auf Bitten der Stadt haben wir darauf verzichtet.“ Im Gegenzug habe die Verwaltung seiner Familie zugestanden, eine Gaube auf das Dach zu setzen.
Auch auf eine verputze Außenwand habe er auf Wunsch des Bauamtes verzichtet, stattdessen sollen Klinkersteine die Außenfassade zieren. Im Erdgeschoss ist eine Garagenebene geplant, darüber ein Ober- und ein Dachgeschoss mit insgesamt 220 Quadratmetern Wohnfläche.
Biege hofft, dass der Neubau bis Ostern fertiggestellt ist. „Aber wir müssen abwarten, was der Kreisarchäologe dort im Boden findet.“ Durch die Nähe zum Schloss sei es nämlich durchaus möglich, dass eine historische Ausgrabung den Baufortschritt verzögere.
Für den Abriss bleibt die Enge Straße bis zum 23. August voll gesperrt. Ab der Einmündung Klosterstraße ist sie nur für Anlieger bis zur Baustelle als Sackgasse ohne Wendemöglichkeit befahrbar. Die Einbahnstraßenregelung in der Quergasse zwischen Kloster- und Enge Straße wird während dieses Zeitraums aufgehoben.

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