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Stadthagen Stadt Heftiger Widerstand gegen Ampel
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Heftiger Widerstand gegen Ampel
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15:39 20.06.2018
An diesem Straße.-Knotenpunkt entzünden sich heftige Debatten. Quelle: rg
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Stadthagen

An dieser Kreuzung würde die dafür zu verschwenkende Straße Am Krankenhaus direkt auf die Straße An der Sandkuhle treffen. Wie berichtet, hatte ein Verkehrsgutachter dort eine Ampel vorgeschlagen.

„Das wäre doch der größte Schildbürgerstreich“, rief CDU-Fraktionschef Heiko Tadge in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses und fügte entschieden hinzu: „Mit der CDU wird es eine Ampelanlage dort definitiv nicht geben.“ Zur Begründung führte Tadge an, bei der Amtspforte und am Ostring seien „für teures Geld zwei Kreisel gebaut worden, um den Verkehr in der Habichhorster Straße flüssig zu machen“. Da dürfe man diesen doch nicht in der Mitte durch eine Ampelkreuzung unnötig bremsen. Zumal vor der Kita Jägerhof durch den Tempo-30-Abschnitt und die Bedarfsampel ohnehin schon verzögernde Elemente eingebaut seien.

Mini-Kreisel als Option

Tadge forderte die Verwaltung auf, die Einrichtung eines Mini-Kreisels anstelle der Kreuzung zu prüfen. Die Union sei überzeugt davon, dass ein solcher kleiner Kreisel verkehrstechnisch dort funktionieren würde. Eine große Kreisverkehrsanlage hatte die Verwaltung ausgeschlossen, weil dadurch erheblich in den Gebäudebestand eingegriffen werden müsste. „Wir setzen die erste Priorität auf einen Mini-Kreisel und die zweite auf eine Kreuzung ohne Ampel“, fasste Tadge die Position der CDU zusammen.

Martin Schaefer bekundete namens der SPD, diese könne der von Tadge vorgebrachten Haltung folgen. Für die Grünen sagte Rolf Rösemeier-Tietjen: „Eine Ampel wäre dort nicht die richtige Lösung.“ Auch Jürgen Burdorf (WIR) plädierte dafür, den Verkehr an dieser Stelle möglichst flüssig zu gestalten und nicht durch eine Ampel zu bremsen: „Eine solche muss dort möglichst vermieden werden, das ist für uns wirklich ein Hauptjuckepunkt.“

Bauamtsleiter Gerd Hegemann wies darauf hin, „dass wir hier zwar diskutieren können, aber am Ende entscheiden Andere“. Denn zuständig sei letztlich die Landesbehörde für Verkehr, da es sich um eine Landesstraße handelt. Da würden „Schlagworte“ dann nicht helfen, wie Hegemann offenbar in Anspielung auf die „Schildbürgerstreich“-Äußerung von Tadge bemerkte. Denn für die Landesbehörde seien objektive Kriterien wie die Verkehrsbelastung der Straßen ausschlaggebend.
Derzeit handelt es sich noch nicht um konkrete Planungen für die Kreuzung. Vielmehr wird eine solche als Option in der 2. Änderung des Bebauungsplans „Hinter der Burg“, mit dem das Krankenhaus-Areal überplant wird, vorgesehen. Dessen öffentliche Auslegung und Behördenbeteiligung empfahl der Ausschuss einstimmig.

Weitere Debatten abwarten

Wie Schaefer mitteilte, sieht die SPD in der Gestaltung des Knotenpunktes an der Habichhorster Straße keine hohe Priorität. Da gebe es andere Straßenbauprojekte in der Stadt, die wichtiger seien. Insofern könne man die Entwicklung an dieser Stelle mit den derzeit versetzten Einmündungen auch erst einmal abwarten. Ähnlich sah das Burdorf: „Im Moment scheint das doch an dieser Stelle ganz vernünftig zu laufen.“ Sich die Option einer Kreuzung zu erhalten, sei richtig, aber man benötige noch keine konkrete Planung. Auch Rösemeier-Tietjen fügte hinzu: „Wir können die weiteren Debatten abwarten.“ ssr

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