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Stadthagen Stadt Hellmann: „Da steht nichts Konkretes drin!“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Hellmann: „Da steht nichts Konkretes drin!“
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06:16 16.04.2012
Quelle: Davar
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Stadthagen (jcp)

Wurden sie auch schon oft durchgekaut, die Zahlen bleiben beeindruckend. Einer Erhebung des „Forums zur Stadt- und Regionalplanung im erweiterten Wirtschaftsraum Hannover“ zufolge wird bis 2021 keine Stadthäger Bevölkerungsgruppe so stark schrumpfen wie die der Fünf- bis 15-Jährigen – während das einzige Segment, das bis zum Stichjahr der Erhebung überhaupt und auch noch deutlich zulegt, das der über 80-Jährigen ist (siehe Grafik). Alles, was jünger ist als 80, wird weniger: die 15- bis 25-Jährigen und die 25- bis 45-Jährigen klar (minus jeweils rund 20 beziehungsweise 25 Prozent), die 45- bis 65-Jährigen und die 65- bis 80-Jährigen geringfügig (jeweils etwa minus sechs Prozent).
Hellmann hat sich lange genug mit den diversen Statistiken und Studien beschäftigt, um feststellen zu können, dass „bei jeder etwas anderes herauskommt“. Kleinster gemeinsamer Nenner ist allerdings: Viel mehr ältere, deutlich weniger jüngere Menschen.
Dem Bürgermeister zufolge reagiert die Verwaltung auf die abzusehende Entwicklung nicht nur, indem sie die Stadt zunehmend seniorengerecht gestaltet – was aber selbstverständlich auch dazugehöre. So stehen etwa demnächst die ersten Zertifizierungen seniorenfreundlicher Einkaufsmöglichkeiten an.
Kampflos will man sich jedoch nicht in die überalternde Gesellschaft ergeben. Günstiges Bauland, Kitas, Grundschulen, Sportplätze: Alles soll versucht werden, um junge Familien davon zu überzeugen, sich in Stadthagen niederzulassen. „Ein unheimlich weites Feld“, sagt Hellmann. Sogar das Tropicana gehöre dazu. „Als Synonym für das Freizeitangebot.“
Großes Manko bleibt jedoch ein anderes Angebot: das an Jobs. Noch immer leide Stadthagen an den Standortschließungen der bedeutsamen Arbeitgeber Otis und Alcatel.
Eine klare Absage erteilt Hellmann der Prognose des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann, der Verkleinerungszwang führe in den Verwaltungen langfristig dazu, dass „viele Dienstleistungen nur noch am Computer abgewickelt“ würden. Ein Online-Formular, widerspricht der Stadthäger Bürgermeister, werde zum Beispiel bei Fragen zu Bauland und Krippenplätzen „niemals“ das persönliche Gespräch ersetzen können.

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