Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Hellmann: „Da steht nichts Konkretes drin!“

Stadthagen / Handlungsempfehlung zum demografischen Wandel Hellmann: „Da steht nichts Konkretes drin!“

„Bei der Krippenfrage hat die Landesregierung uns doch völlig allein gelassen!“ Mit Unmut hat der Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann auf einen Artikel in den SN reagiert, in dem das „Handlungskonzept“ der schwarz-gelben niedersächsischen Regierung bezüglich des demografischen Wandels vorgestellt wurde. „Da steht nichts Konkretes drin, nichts!“ Ähnlich hatte sich zuvor bereits Hellmanns hannoverscher Amtskollege Stephan Weil geäußert. Er nannte das Konzept „einen Katalog der Unverbindlichkeiten und der Ratlosigkeit“.

Voriger Artikel
Brustkrankenschwester bietet Sprechstunde
Nächster Artikel
Tadge: Biergarten wäre ungünstig
Quelle: Davar

Stadthagen (jcp). Wurden sie auch schon oft durchgekaut, die Zahlen bleiben beeindruckend. Einer Erhebung des „Forums zur Stadt- und Regionalplanung im erweiterten Wirtschaftsraum Hannover“ zufolge wird bis 2021 keine Stadthäger Bevölkerungsgruppe so stark schrumpfen wie die der Fünf- bis 15-Jährigen – während das einzige Segment, das bis zum Stichjahr der Erhebung überhaupt und auch noch deutlich zulegt, das der über 80-Jährigen ist (siehe Grafik). Alles, was jünger ist als 80, wird weniger: die 15- bis 25-Jährigen und die 25- bis 45-Jährigen klar (minus jeweils rund 20 beziehungsweise 25 Prozent), die 45- bis 65-Jährigen und die 65- bis 80-Jährigen geringfügig (jeweils etwa minus sechs Prozent).
Hellmann hat sich lange genug mit den diversen Statistiken und Studien beschäftigt, um feststellen zu können, dass „bei jeder etwas anderes herauskommt“. Kleinster gemeinsamer Nenner ist allerdings: Viel mehr ältere, deutlich weniger jüngere Menschen.
Dem Bürgermeister zufolge reagiert die Verwaltung auf die abzusehende Entwicklung nicht nur, indem sie die Stadt zunehmend seniorengerecht gestaltet – was aber selbstverständlich auch dazugehöre. So stehen etwa demnächst die ersten Zertifizierungen seniorenfreundlicher Einkaufsmöglichkeiten an.
Kampflos will man sich jedoch nicht in die überalternde Gesellschaft ergeben. Günstiges Bauland, Kitas, Grundschulen, Sportplätze: Alles soll versucht werden, um junge Familien davon zu überzeugen, sich in Stadthagen niederzulassen. „Ein unheimlich weites Feld“, sagt Hellmann. Sogar das Tropicana gehöre dazu. „Als Synonym für das Freizeitangebot.“
Großes Manko bleibt jedoch ein anderes Angebot: das an Jobs. Noch immer leide Stadthagen an den Standortschließungen der bedeutsamen Arbeitgeber Otis und Alcatel.
Eine klare Absage erteilt Hellmann der Prognose des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann, der Verkleinerungszwang führe in den Verwaltungen langfristig dazu, dass „viele Dienstleistungen nur noch am Computer abgewickelt“ würden. Ein Online-Formular, widerspricht der Stadthäger Bürgermeister, werde zum Beispiel bei Fragen zu Bauland und Krippenplätzen „niemals“ das persönliche Gespräch ersetzen können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr