Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Herbst im Bückeberg

Miniermotte schlägt zu Herbst im Bückeberg

Mitten im Sommer hat in Teilen des Bückebergs bereits der Herbst Einzug gehalten. Der Befall der Miniermotte hat die Rosskastanien in Stadthäger Gebiet in diesem Jahr so stark geschädigt, dass sich ihre Blätter schon braun gefärbt haben und welken, wie Lothar Seidel vom Kreisforstamt erläutert.

Voriger Artikel
Nächtliche Krawalltour
Nächster Artikel
Balz mit neuem Amt

Die Blätter der Rosskastanien sind braun gefärbt.

Quelle: rg

STADTHAGEN. Das Problem ist kein neues, aber je nach Witterung äußert es sich in unterschiedlichem Maße, sagt der Forstamtsleiter des Kreisforstamtes Spießingshol weiter. Nachdem im vergangenen Jahr laut Seidel eine Entspannung zu beobachten gewesen sei, seien die Schäden aktuell sehr groß. Die Miniermotte, ein Kleinschmetterling, lebt als Dauerparasit an der Rosskastanie. Das Weibchen legt die Eier im Frühjahr in die Blätter, wenn diese gerade ausgetrieben sind. Die Larve fängt an zu fressen und höhlt die Blätter aus, was die Kraftreserven des Baumes auszehrt und die Vegetationsperiode stark verkürzt, da die Photosynthese unterbrochen wird. Die Bäume können also weniger Nährstoffe aufnehmen.

Die Motte überwintert im Laub

Ein Mittel gegen diesen Parasiten gibt es nicht, wie Seidel erklärt: „Es hilft nur, die abgestorbenen Blätter aufzusammeln und zu kompostieren, um den Befallsdruck zu verringern.“ Die Motte verpuppt sich im Herbst und überwintert dann im Laub. Aber solch eine Maßnahme sei speziell bei Alleen und aufgrund der aufkommenden Menge im Wald natürlich nicht möglich.

Obwohl es solch eine Aktion tatsächlich einmal gegeben habe, wie Seidel weiß. „Aber auf eine spielerische Art und Weise und mehr unter pädagogischen Aspekten betrachtet. Damit Kinder die Zusammenhänge verstehen.“

Extrem trockener Sommer gefährdet Bäume

Die Schäden durch die Motte beschränken sich meist auf das Äußere. Aufgrund der permanenten Schwächung „erfährt der Baum jedoch eine erhebliche Stressbelastung“. Und wenn dann beispielsweise ein extrem trockener Sommer hinzukommt, sei der Baum besonders gefährdet. „Durch einen Stressor allein wird der Baum nicht absterben, es sind meist Komplexerkrankungen, die dazu führen.“ Im Bückeberg habe das Kreisforstamt auch schon den Verlust von Rosskastanien zu verzeichnen gehabt. Nachpflanzungen sollten die Lücken wieder schließen. Aber dies sei ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sei der Befallsdruck hoch und es gebe eben keine Abhilfe. „Wir wollen andererseits aber auch die Waldästhetik erhalten.“

Die Rosskastanie ist kein eigentlicher Waldbaum, wie der Forstamtsleiter erläutert. Er sei vor allem wegen seiner ästhetischen Wirkung in Form von Alleen in inneren Forstwegen angepflanzt worden. Die Kastanie habe jedoch auch positive Wirkungen, brauchen doch etwa Insekten blühende Pflanzen. Auch das Wild, insbesondere das Muffelwild, frisst Kastanien.

Der Bückeberg ist vor allem von Buchen dominiert. Seit 150 Jahren werden aber auch vermehrt Nadelbäume wie Fichten gepflanzt. col

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr