Die Ministerin schaut der Hausaufgabenhilfe über die Schulter.
Es gebe „eine sehr gute Zusammenarbeit im Mehrgenerationenhaus“, urteilte die Ministerin am Schluss ihres Besuchs bei mehreren Angeboten: „Hier herrscht das pralle Leben.“ Besonders gefalle ihr „die gute Vernetzung des Hauses in der Stadt“. Besonders angetan zeigte sich die Besucherin aus Berlin vom Kreativangebot.
Zu diesem Eindruck dürften Stefan Kaps und die Kinder aus der Kreativwerkstatt beigetragen haben. Kaps könnte die CDU-Politikerin mit dem Lomografie-Virus infiziert haben, das weltweit immer mehr Menschen zum Fotografieren mit dieser sehr alten und zugleich einfachen Technik bringt. Gezeigt wurden der Besucherin gestern „Gesichter einer Stadt“, ein Fotoprojekt, das auf das ganze Jahr 2009 ausgelegt ist.
Die drei- bis fünfjährigen Kreativ-Kinder haben der Ministerin mit bierernsten Mienen erzählt, wie sie aus bester Matsche ein Essen für die Eltern kochen. „Das sieht ganz gesund aus“, merkte die Beobachterin zu einer Kreation an, die mit einem echten Wacholderzweig dekoriert war. Auch die Matsch-Muffins haben bei der Beobachterin Eindruck geschunden.
Kurz nach ihrer Ankunft hatte die Familienministerin erläutert, warum sie ihre Herzensangelegenheit Mehrgenerationenhaus in dieser Zeit für so wichtig hält: Weil es große Familien und mehrere Generationen unter einem Dach kaum noch gebe, drohten „Dinge verloren zu gehen“. Dazu gehöre beispielsweise „Erziehungswissen“, aber auch ganz praktische Fertigkeiten, die früher von Generation zu Generation weitergegeben worden seien.
Noch ein Gesichtspunkt, den die CDU-Politikerin mit dem Slogan „Kinder brauchen andere Kinder“ umriss: Soziales Lernen in Form von Entdecken und Spaß haben funktioniere in Gemeinschaft besser. Die Funktion der älteren Familienmitglieder, die früher den Kindern „auf den Weg ins Leben geholfen haben“, wies von der Leyen jetzt den „vielen älteren Menschen“ zu, die noch erstaunlich fit seien.
Das Besondere im Fall der „Alten Polizei“, das deren Geschäftsführer Klaus Strempel als den „besonderen Kick“ empfand und das auch die Ministerin würdigte, ist die Verknüpfung von Angeboten für verschiedene Altersgruppen untereinander. Deshalb sei der Stadthäger Förderantrag vor zwei Jahren auch genehmigt worden. Inzwischen gibt es einen Nachfolgeantrag, weil der erste Förderzeitraum für das MGH Schaumburg Ende dieses Jahres ausläuft.
jl
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