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Hilfe für erwachsene Kinder von suchtkranken Eltern

Stadthagen Hilfe für erwachsene Kinder von suchtkranken Eltern

Eine Kindheit mit suchtkranken Eltern ist geprägt durch Angst, Unsicherheit, manchmal auch Gewalt. Betroffene leiden oft ihr Leben lang an den Erfahrungen.

Stadthagen (r). Deshalb plant der Verein der Selbsthilfegruppen des Diakonischen Werkes für Alkohol- und Medikamentenabhängige im Landkreis Schaumburg in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Schaumburg-Lippe die Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe in Stadthagen für „Erwachsene Kinder aus suchtbelasteten Familien“.

Damit soll eine Lücke geschlossen werden, denn bisher gibt es in der Region keine einzige Hilfe für derartige Betroffene. Einer Pressemeldung des Diakonischen Werkes zufolge sind bundesweit etwa fünf Millionen Menschen davon betroffen. Ein großer Teil leidet noch im Erwachsenenalter unter den Erinnerungen.

Verhaltensmuster und Verletzungen sind nur schwer wieder abzulegen. Psychische Belastungen und Störungen sowie weitreichende Beeinträchtigung in vielen Lebenssituationen prägen das weitere Leben. Ein Beispiel: Um nach außen eine „Heile Welt“ zu signalisieren, entwickeln Kinder suchtkranker Eltern bereits in jungen Jahren instinktiv das Verhalten der sogenannten Co-Abhängigkeit. Oft müssten diese Kinder sehr früh Verantwortung für andere Familienmitglieder übernehmen und selbst die Rolle eines Erwachsenen einnehmen.

Wer als Kind gefühlsmäßig in der Sucht eines Angehörigen verwoben war, läuft Gefahr, auch oft im Erwachsenenalter das wahre Verhältnis zu seinen eigenen Gefühlen und Wünschen zu unterdrücken. Scham, Wut, Unsicherheit und Ängste von damals spielen auch im späteren Leben immer noch eine gewichtige Rolle. Wie weit die damaligen Eindrücke die heutige Lebensweise tatsächlich beeinflussen, muss jeder individuell entscheiden.

An diesem Punkt setzt die geplante Selbsthilfegruppe an: Oft hilft es, in einer Gruppe zu lernen, mit den Erinnerungen umzugehen und bisher zurückgehaltene Gedanken und Gefühle zu äußern, so die Idee des neuen Angebots. Nicht nur ein offenes Ohr, sondern auch Verständnis, Geduld und Ermutigung sind wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten, zu verstehen und zu überwinden. Der vertrauensvolle Austausch mit Gleichgesinnten und das Wissen über Zusammenhänge von früheren und heutigen Problemen könne zur Stärkung des Betroffenen beitragen.

Informationen und Anmeldungen beim Diakonischen Werk in Stadthagen, Telefon (05721)993020. Informationen gibt es auch im Internet auf www.selbsthilfe-sucht.de und www.diakonie-schaumburg-lippe.de.

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