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Hilflos im Flur

Zeitungszusteller findet gestürzte Frau Hilflos im Flur

Es sieht alles nach einem gewöhnlichen Samstagmorgen für den Zeitungszusteller Rolf Sohnemann aus. Routiniert fährt er seine Tour ab und beliefert die Abonnenten der Schaumburger Nachrichten und anderer Zeitungen. Doch auf Höhe der Bachstraße wird er stutzig. Irgendetwas stimmt heute nicht.

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Rolf Sohnemann teilt seine Zeitungen mit dem Auto aus. Auf der Tour am Sonnabend wurde er unverhofft zum Retter einer Seniorin.

Quelle: js

„Eigentlich steht dort samstags gerne mal eine Rentnerin vor der Tür und wartete auf den Bäcker“, erklärt der Stadthäger. Er untersucht den zugehörigen Brieschlitz und stellt fest, dass die Post überquillt. „Ich klingelte mehrmals und klopfte gegen die Tür“, sagt der Zeitungszusteller. Nachdem sein Klingeln unbeantwortet bleibt und auch die Nachbarn keine Auskünfte über den Verbleib der älteren Dame machen können, befreit er den Briefschlitz von den angestauten Zeitungen und ruft durch die kleine Öffnung nach der Seniorin – und erhält eine Antwort.

 „Ich habe sofort die Polizei gerufen und gewartet, bis sie da waren“, sagt der 50-jährige Zusteller. Die Beamten öffnen mithilfe der Feuerwehr die Tür und finden die Frau bewegungsunfähig auf dem Flur liegend vor. Es stellt sich heraus, dass sich die Rentnerin bereits seit Mittwoch in dieser misslichen Lage befunden hat. „Nach unserem Kenntnisstand ist die Frau gestürzt und konnte weder die Haustür erreichen, noch anderweitig Hilfe rufen“, sagt ein Sprecher der Polizei Stadthagen.

 Die dehydrierte Frau kommt mit einigen Blessuren ins Krankenhaus. „Ihr Allgemeinzustand war sehr schwach, aber sie befindet sich momentan außer Lebensgefahr und auf den Weg der Besserung. Rolf Sohnemann verdient viel Lob dafür, dass er eingegriffen hat und nichts Schlimmeres passiert ist“, so der Sprecher weiter.

 „Es muss wohl erst ein Haus abrennen, bevor jemanden etwas auffällt. Dort wo ich herkomme, wird Nachbarschaftshilfe noch groß geschrieben“, ärgert sich Sohnemann. Der Zeitungszusteller sei heute selbst im Krankenhaus gewesen, um sich nach dem Gesundheitszustand der gestürzten Frau zu erkundigen. Dort habe er einen der Söhne der Rentnerin getroffen, der sich herzlich bedankte. js

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