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Historisches Vertrauen

Stadthäger Freimaurer Historisches Vertrauen

Sie sind verschwiegen, aber nicht geheim. Auf diesen Unterschied legen die Freimaurer in Stadthagen wert. Nichtsdestotrotz ranken sich um die Freimaurer so einige Mythen, gerade weil sie den Ruf eines Geheimbunds haben.

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STADTHAGEN. „Das liegt in der Historie begründet“, sagt Pierre Castagnet von der Freimaurerloge Albrecht Wolfgang in Stadthagen. Als die organisierte Freimaurerei vor 300 Jahren von Dombaumeistern ins Leben gerufen wurde, habe das dem Zweck gedient, ihr Wissen auszutauschen – zurückgezogen auf vertraulicher Basis.

„Das war aber auch der Beginn der Aufklärung“, so Castagnet. Der Mensch sah sich immer stärker als Individuum und die Freiheit nahm eine wichtige Rolle ein. Auch heute sei entscheidend, dass Meinungen innerhalb der Loge frei geäußert werden können, betont der Vorsitzende Wilfried Meyer. Die Inhalte der Gespräche blieben stets innerhalb der Runde. Nichts gelange nach außen. Das Vertrauen und die Verschwiegenheit habe oberste Priorität. Absolut verboten seien Versuche bei den Freimaurerrunden, die Loge als Plattform für Geschäfte anzusehen. Tabu sind laut Castagnet und Meyer auch Gespräche über Parteipolitik und Religion.

Einsatz für Freiheit und Gleichheit

32 Mitglieder zählt die Stadthäger Loge, die 1877 gegründet und während des Kriegs verboten wurde. Neue Mitstreiter oder Brüder, wie sie sich untereinander bezeichnen, sind zwar durchaus erwünscht – sie werden jedoch nicht ohne Weiteres aufgenommen. Das Aufnahmeprozedere könne bis zu einem Jahr dauern. Die Anzahl der Mitglieder solle nicht viel größer werden, damit sich keine Untergruppen bilden. „Die Altersstruktur ist bei uns ziemlich gesund“, meint Castagnet. Zwischen Mitte 20 und Ende 80 sei alles vertreten. Sie blieben zwar unter sich, aber die Treffen seien öffentlich im Ratskeller und habe von daher nichts mit einem Geheimbund gemein, wie immer wieder zu hören sei.

Meyer und Castagnet halten das Gedankengut ihrer Loge für wichtiger denn je. Werte wie Freiheit und Gleichheit müssten immer wieder betont und gelebt werden. Genau das sei ihr Bestreben.

Das 300-jährige Bestehen der Freimaurer feiert die Stadthäger Loge Albrecht Wolfgang am kommenden Wochenende. Am Sonntag, 11. Juni, wird um 11 Uhr die Ausstellung „Mon cher Comte“ von Cornelius Rinne mit einer Konzertmatinee im rückwertigen Raum der Zehntscheune Stadthagen eröffnet. Öffentlich ist auch das Konzert des Blasorchesters Krainhagen. jemi

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