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Hopfen und Malz verloren?

Brauerei-Insolvenz Hopfen und Malz verloren?

Die Chancen auf einen Weiterbetrieb der von Zahlungsunfähigkeit bedrohten Schaumburger Brauerei stehen nicht gut. „Die Lage ist nach wie vor schwierig“, räumt Insolvenzverwalter Matthias Lehmann drei Wochen nach Verfahrenseröffnung ein.

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Der Absatz des Schaumburger Bieres geht deutlich zurück. Anders als bei der ersten Insolvenz hätten die Kunden nicht mehr das Gefühl, mit dem Kauf der Belegschaft zu helfen, sagt der Betriebsrat.

Quelle: rg

Stadthagen. Eine Rettung kann nach seiner Einschätzung nur „im Gesamtpaket“ gelingen. Dazu müsste sich Alteigentümer Friedrich-Wilhelm Lambrecht auch von den gesunden Teilen des Unternehmens trennen – und dies zu marktgerechten Konditionen. Danach sehe es derzeit allerdings nicht aus.

Nach SN-Informationen soll Lambrecht zwar seine Bereitschaft signalisiert haben, das nicht von der Insolvenz betroffene Anlagevermögen der Brauerei zu veräußern. Seine Preisvorstellungen – dem Vernehmen nach zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Euro – gelten in der Branche aber als kaum erzielbar. Unklar ist überdies auch, ob Lambrecht gleichzeitig bereit wäre, die Namensrechte an der Marke „Schaumburger“ an einen Investor abzutreten. Die bloße Gestattung, die Bezeichnungen zu verwenden, dürfte potenziellen Interessenten nicht ausreichen.

Was die Rettung der Brauerei so schwierig macht, ist das komplizierte gesellschaftsrechtliche Geflecht des Unternehmens. „Ich bin eigentlich nur ein besserer Arbeitnehmer-Überlasser“, sagt Lehmann. Bei dem von ihm verwalteten, insolventen Bereich der Brauerei handelt es sich um eine GmbH, hinter der sich im Grunde nur das Personal verbirgt. Die materiellen Werte des Unternehmens – Immobilien, Anlagevermögen und Markenrechte – befinden sich unter dem Dach einer von der Insolvenz unberührten KG, die sich im Eigentum der Familie Lambrecht befindet.

„Damit sind wir komplett von Herrn Lambrecht abhängig“, sagt Lehmann. Die Vermarktung der GmbH allein ist nach seiner Einschätzung ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Bei den bisherigen Gesprächen, die er geführt habe, sei es den Interessenten nur um die Grundstücke gegangen. Doch nicht einmal darauf habe er Zugriff.

Für den erfahrenen Insolvenzverwalter steht fest: Eine Chance, die traditionsreiche Brauerei zu erhalten, gibt es überhaupt nur dann noch, wenn Lambrecht seine finanziellen Vorstellungen entsprechend korrigiert.

Das Bier außerhalb Schaumburgs zu brauen und abzufüllen, halten sowohl Lehmann als auch Betriebsratschef Fritz Sölter für abwegig. „Das ließe sich in Schaumburg nicht verkaufen“, glaubt Sölter. Schon jetzt sei der Absatz merklich rückläufig – „mehr als sonst zu dieser Jahreszeit“. Die Kunden seien verunsichert. Viele hätten, anders als bei der ersten Insolvenz, auch nicht mehr das Gefühl, mit Unterstützungskäufen der Belegschaft zu helfen.

Gebraut werden könnte derzeit in Stadthagen ohnehin nicht. Die Malz-Vorräte sind aufgebraucht, neuer Hopfen zwar eingetroffen. „Doch da hat der frühere Insolvenzverwalter Sascha Bibiha die Hand drauf“, sagt Sölter.

Bibiha bestätigt das auf Anfrage, spricht von einem ganz normalen Vorgang – von „vertraglich verankerten Sicherungsrechten“. Nach SN-Informationen hat Lambrecht nach dem Rückkauf des Unternehmens aus der ersten Insolvenz die vereinbarte Summe bisher nicht vollständig bezahlt. Bibiha, der noch alte Gläubiger befriedigen muss, bleibt folglich gar nichts anderes übrig, als dafür zu sorgen, dass die noch ihm gehörenden Werte nicht in der zweiten Insolvenz untergehen. Das gilt auch für einen Teil des fertigen Bieres in den noch gut gefüllten Lagertanks.

Innerhalb der Belegschaft hat sich inzwischen angesichts einer zunehmend verworrenen und hoffnungslosen Lage nachvollziehbar Resignation eingestellt. „Ich glaube nicht an den Investor, der wie Phönix aus der Asche steigt“, schüttelt Betriebsratschef Sölter den Kopf. mf

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