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Stadthagen Stadt IG Metall: Leiharbeiter finanziell besser stellen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt IG Metall: Leiharbeiter finanziell besser stellen
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18:31 06.03.2012
Landkreis

Stadthagen (ab). Im Licht der Öffentlichkeit wird vor allem die Forderung der IG Metall diskutiert, die Löhne um 6,5 Prozent zu erhöhen. Ein zweites Thema der Tarifverhandlungen steht dagegen ein wenig im Schatten – Leiharbeit. Wie sieht es in den Schaumburger Betrieben damit aus?

 Leiharbeit ist ein Dreiecksverhältnis aus Arbeitnehmer, Verleiher und Entleiher. Der Verleiher bezahlt den Arbeitnehmer und stellt dessen Arbeitskraft dem Entleiher zur Verfügung; dafür erhält der Verleiher vom Entleiher eine Gebühr. Leiharbeit gibt es, seit 1972 das erste „Gesetz zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung“ aufgelegt wurde. Leiharbeit soll Unternehmen helfen, kurzfristige Arbeitsspitzen auszugleichen und Vakanzen zu beheben. Mit den Hartz-Reformen wurde diese Einschränkung aufgeweicht – so sehen es jedenfalls die Gewerkschaften.

 Nach Auskunft der IG Metall Nienburg/Stadthagen gibt es im Landkreis Schaumburg derzeit sieben Metall verarbeitende Unternehmen mit Tarifverträgen. Von den 2500 Frauen und Männern, die in diesen Unternehmen arbeiten, kommen etwa 100 aus dem Bereich Leiharbeit. „Das ist noch keine besorgniserregend hohe Zahl“, sagt Thorsten Gröger, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg/Stadthagen. Nach Angaben der Gewerkschaft überschreitet der Anteil von Leiharbeitern an der Gesamtbelegschaft nur in zwei Fällen die Zehn-Prozent-Marke.

 Gewerkschaften wie die IG Metall haben die rigide Abwehrhaltung, die sie früher gegenüber der Leiharbeit eingenommen haben, leicht gelockert. „Solange es um den eigentlichen Zweck geht (Stichwort: ,Spitzen‘ und ,Vakanzen‘), lassen die Gewerkschaften mit sich reden“, sagt IGM-Mann Gröger. Ein Problem nennt er Ungerechtigkeiten bei der Bezahlung. „Leiharbeiter bekommen in der Regel etwa 40 Prozent weniger Lohn als Festangestellte, selbst wenn sie die gleiche Arbeit machen und vergleichbare Qualifikationen besitzen.“ Auch um diesen Punkt geht es bei den Tarifverhandlungen. Die nächste Runde ist für den 21. März vorgesehen.