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Idee: Schloss für alle öffnen

Verein Renaissance Stadthagen Idee: Schloss für alle öffnen

Der Verein Renaissance Stadthagen kämpft dafür, einen Teil des Stadthäger Schlosses für Besichtigungen und Veranstaltungen geöffnet zu bekommen. Das ist auf der Jahresversammlung des Vereins deutlich geworden. Bürgermeister Oliver Theiß sagte seine Unterstützung für diese Initiative zu.

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Ein Teil des Stadthäger Schlosses soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das fordert der Verein Renaissance Stadthagen.

Quelle: rg

Stadthagen. Urheber dieses Vorstoßes ist Vorstandsmitglied Udo Jobst. Es gehe um zwei Kaminsäle im Westflügel des Schlosses, präzisierte Jobst, die durch eine Wendeltreppe im Turm separat erreichbar sind. Die Räume mit insgesamt 200 Quadratmeter Fläche würden derzeit nicht genutzt, abgesehen von gelegentlichen Konzerten. „Die Tätigkeiten des Finanzamtes würden also in keiner Weise beeinträchtigt“, betonte Jobst. Im Schloss ist wie bekannt das hiesige Finanzamt untergebracht, Eigentümer ist das Land.

Viele Möglichkeiten

 Die beiden Kaminsäle mit ihren Stuckdecken – ein früherer Speisesaal und der sogenannte Bildersaal – seien herausragende Zeugnisse der Weserrenaissance, hob Jobst hervor. Es sei viel zu schade, diese Besuchern und Touristen vorzuenthalten. „Es ist doch witzlos, mit Touristengruppen nur um das Schloss herum zu laufen.“ Er wisse von Busreisen, die um Stadthagen einen Bogen machen, weil man ins Schloss nicht hineinkomme. Zudem wären die beiden Säle für Stadthagen als „Stadt der Weserrenaissance“ als Repräsentationsräume etwa für Empfänge hervorragend geeignet, argumentierte Jobst.

 Der Vereinsgründer schlug vor, das Ansinnen durch eine Unterschriftenaktion zu verstärken. „Wenn die Bürger das wollen, dann kommen wir da auch rein“, verbreitete er Zuversicht. Mit Blick auf die Landesbehörden fügte er freilich hinzu: „Man muss geschickt diplomatisch vorgehen.“ Das griff Vorsitzender Harald Weidenmüller auf und stellte ein erstes Sondierungsgespräch mit dem Vorsteher des Finanzamtes in Aussicht. Ratsam sei auch, sich „bei dem anspruchsvollen Projekt“ eng mit der Stadt abzustimmen.

Theiß rät zu behutsamen Vorgehen

 Theiß mahnte, das Land mit dem Ansinnen „nicht zu überfallen“. Der Bürgermeister weiter: „Es gilt, behutsam vorzugehen.“ Außerdem müsse klar sein, dass eine Öffnung der Säle für den Besucherverkehr mit Kosten verbunden sein würde. Hierfür gelte es im Zweifelsfall, kreative Lösungen zu finden. Theiß empfahl, das im Jahr 2022 anstehende 800-jährige Stadtjubiläum als zeitliche Zielmarke für die Öffnung der Säle anzupeilen.

 Dank sprach Theiß dem Verein aus, weil dieser Verständnis zeige gegenüber dem Beschluss der Stadt, die „Tage der Weserrenaissance“ nur noch alle zwei Jahre im Wechsel mit den geplanten „Wilhelm-Busch-Tagen“ zu veranstalten. Zwar regte sich kein Widerspruch, aber Weidenmüller bemerkte doch, der Verein sei „etwas betrübt“.

Von Stefan Rothe

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