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Stadthagen / Interkulturelle Wochen Im Dialog neue Wege finden

„Gemeinsamkeiten finden – Unterschiede feiern“ lautet das Motto der achten Interkulturellen Wochen.

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Landrat Jörg Farr stimmte die Zuhörer mit einleitenden Worten auf die folgende Gesprächsrunde ein. 

Quelle: js

Von Jan Schaumburg

Stadthagen. Bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung am Dienstagabend in der Alten Polizei hielt Landrat Jörg Farr ein Grußwort, an die sich eine moderierte Gesprächsrunde mit Initiativen anschloss, die Flüchtlinge in Schaumburg begleiten und unterstützen.

Farr machte in seiner Ansprache deutlich, dass die Zahl der Flüchtlinge aufgrund der aktuellen Krisenherde weiter steigen werde. „In diesem Jahr werden etwa 200 000 Menschen in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl stellen. 2015 steigt die Zahl voraussichtlich auf 230 000“, erklärte Farr. Es sei wichtig, auch für die etwa 830 Flüchtlinge in Schaumburg, dass „gemeinsame Ideen für ein gutes Miteinander entwickelt werden“, sagte der Landrat. Er freue sich auf die folgende Diskussionsrunde, die von Moderator Klaus Strempel, Geschäftsführer der Alten Polizei, im Anschluss eröffnet wurde.

Dabei wurden zentrale Fragen zur bürgerschaftlichen Willkommensstruktur in Schaumburg erörtert und unterschiedliche Initiativen vorgestellt. Stephan Hartmann vom Awo-Beratungszentrum gab den Zuhörern beispielsweise einen Einblick in seine Arbeit mit neu angekommen Flüchtlingen und den damit einhergehenden Problemen, die meist die Kommunikation betreffen.
Marina Jalowaja von der jüdischen Gemeinde in Bad Nenndorf plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Sprachkurse, um die Verständigung vom Start weg zu vereinfachen.

Norbert Rose, Sozialarbeiter und als solcher für das Asylbewerberheim am Bahnhofsweg in Rinteln zuständig, klärte über die schwierige Wohnsituation der Flüchtlinge auf. „Geeignete Ein-Zimmer-Wohnungen zu finden, die das Sozialamt finanziert, ist sehr schwierig“, erklärte er. Hossein Zadin, 1984 aus dem Iran geflohen und seit 1992 in Stadthagen wohnhaft, sorgte für einen emotionalen Höhepunkt. Auf die Frage, was Flüchtlinge nach ihrer Ankunft am meisten brauchen würden, antwortete er: „Nähe. Die Menschen brauchen jemanden, der sie versteht, ihnen helfen und sie trösten kann.“

Nachdem weitere Fragen, beispielsweise zur Problematik der Arbeitserlaubnis, angesprochen wurden, schloss Strempel mit den Worten: „Ich hoffe, dass die Gesellschaft Flüchtlinge in Zukunft nicht nur mit einem Defizitblick betrachtet, sondern erkennt, welche Chancen und Möglichkeiten ein gegenseitiges Engagement bietet.“

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