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Stadthagen Stadt Im Museum stehen Maltechniken im Mittelpunkt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Im Museum stehen Maltechniken im Mittelpunkt
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18:31 17.05.2015
Landschaft im Werden: Besucherin Edith Melching (links) lässt sich von Renate Kasseck den Bildaufbau erläutern. sk
Stadthagen

Die Obernkirchenerin ließ sich bei der Entstehung eines Landschaftsmotives über die Schultern schauen, und erklärte, dass vor dem eigentlichen Farbauftrag auf die Leinwand eine Mischung aus Terpentin und Ölfarbe aufgetragen wird: die Imprimitur. Dadurch verbinde sich die später aufgetragene Farbe besser mit dem Untergrund und erhöhe die Haltbarkeit des Gemäldes.

Ob anschließend die Farben in Lasuren übereinander oder „nass in nass“ miteinander aufgetragen werden, entscheidet der Effekt, den der Maler erzielen möchte. Ganz zum Schluss versieht Renate Kasseck ihre Ölbilder mit einer transparenten, nur leicht gefärbten Lasur, ähnlich wie ein Fotograf einen Filtereffekt verwendet. Die lasierende Farbe verbindet die Farben im Bild, gibt einen homogeneren Eindruck.

Zum besseren Verständnis der Maltechnik hatte die Künstlerin unter dem Alexandra-Porträt eine Leinwand aufgehängt, auf der die einzelnen Malschritte dokumentiert sind. Die Museumsgäste hatten zudem grundsätzliche und persönliche Fragen an die Künstlerin: „Haben sie sich das Malen selbst beigebracht?“ und „Existiert das Motiv im Kopf?“

Bilder von Renate Kasseck sind in einer Sonderausstellung noch bis zum 28. Juni im Museum Amtspforte zu sehen. Landschaften und lauschige, grün bewachsene Winkel, unter anderem im Stift Obernkirchen, hat Kasseck in Öl verewigt. Eine lila-farbene Landschaft mit weißen Birken zeigt nicht etwa ein Motiv in der Lüneburger Heide. Die Perspektive für ihr Bild gewann Kasseck auf einer Aussichtsplattform im Moor bei Mardorf, wo im August die Heide üppig blühte. Ein Wasserstreifen im Hintergrund – das Steinhuder Meer – gibt dem Gemälde Weite.

Im Stadthäger Museum herrschte am Sonntag reger Besucherverkehr. „Es beginnt hier, dann haben sie zwei Etagen. Und heute Nachmittag kommt noch eine Musikgruppe.“ Museumsleiterin Susanne Slanina instruierte am frühen Nachmittag alle paar Minuten eintretende Besucher oder verabschiedete Gäste. 30 waren allein in den ersten zwei Stunden gekommen.

Trotzt des Kommens und Gehens herrschte gewohnte Ruhe im Museum – bis die Schaumburger Musikgruppe „Bumerang“ die Instrumente ansetzte. Gegen 17 Uhr wurde eine Radfahrergruppe zurückerwartet, die am Morgen vom Museum nach Obernkirchen aufgebrochen war und eine Führung durch die Bergstadt erlebt hatte. sk